1. Seite mit 15 Fällen

 

1921-1940 1. Seite
 mit 15 von 15 Kriminalfällen
 

 

 

1. Der Fall - Vasili Komaroff

Das erste Mordopfer des Pferdehändlers wurde 1921 entdeckt. Viele weitere folgten. Insgesamt fand man 21 Leichen im Shabolovki Viertel in Moskau. Die Polizei konnte die Morde mit dem Pferdemarkt in Verbindung bringen, da die Opfer jedes Mal von dort verschwanden.
Als der Pferdehändler Komaroff vernommen werde sollte, floh er durch einen Sprung aus dem Fenster. Bei einer Durchsuchung des Hauses entdeckte man in einem Pferdestall sein letztes Opfer. Komaroff konnte ein paar Tage später verhaftet werden und gestand 33 Morde, die er zusammen mit seiner Frau Sofia begangen hatte. Vasili Komaroff tötete wegen des Geldes, welches seine Opfer in der Hoffnung auf ein billiges Pferd, mitgenommen hatten.
Bei den darauf folgenden Ermittlungen konnte er die Polizei zu weiteren 5 Leichen führen. Die Eheleute wurden beide des Mordes für schuldig befunden und am 18.Juni 1923 erschossen.

 

 

Vasili Komaroff - "Der Wolf von Moskau"

 

 

 


2. Der Fall - Anna Maria Hahn


Anna Maria Hahn bei ihrer Verhaftung  und 1937 im Gefängnis

Die in Deutschland 1904 geborene Anna Maria Hahn wanderte im Jahre 1929 mit ihrer Familie nach Cincinnati, Ohio aus. Dort arbeitete sie als Altenpflegerin, die sich vorwiegend um wohlbetuchte alleinstehende Männer kümmerte. Ihre Fürsorglichkeit wurde meist dadurch belohnt, dass die Herren sie als Erbin ihres Vermögens einsetzten.

Als sich jedoch die mysteriösen Sterbefälle im Umfeld der Altenpflegerin häuften, wurden die Behörden hellhörig. Die Leiche von Jacob Wagner, dem letzten Pflegefall von Anna Maria Hahn, wurde gerichtsmedizinisch untersucht. Der Verdacht bestätigte sich. Im Körper des Toten wurden erhebliche Mengen von Arsen gefunden.Bei der Durchsuchung ihres Hauses fand die Polizei eine sehr große Menge Gift. Dieser Tatbestand führte zur Exhumierung aller ihrer verstorbenen Pflegepersonen. Bei acht von ihnen wurde Arsen im Körper festgestellt. Nach einem kurzen Prozess im Jahre 1938 wurde Anna Maria Hahn am 7.Dezember 1938 als erste Frau in Ohio auf dem "Elektrischen Stuhl" hingerichtet.

 

Der Elektrische Stuhl in Ohio, auf dem Anna Maria Hahn hingerichtet wurde.

 

Quellen:
- 100 Jahre Hinrichtungen in den USA (von Michael Kahr) Ausgabe 2002 - ISBN: 3-935678-03-7

 

 

 

 

 

 

 

3. Der Fall - Kurt Erich Tetzner

Der Mann, der zweimal starb: "Dieser Tote ist nicht Kurt Tetzner"
Vor 75 Jahren begann in Regensburg der erste spektakuläre Prozeß wegen Versicherungsbetrugs.

Professor Richard Kockel, Direktor des Leipziger Instituts für Gerichtliche Medizin, hatte schon allerlei Ungewöhnliches erlebt. Doch das, was ihm gegen Mittag des 30. November 1929 widerfuhr, war selbst für einen führenden Rechtsmediziner Deutschlands Neuland. Atemlos war ein Mitarbeiter der "Nordstern"-Versicherung in Kockels Büro gestürmt und hatte über eine völlig verkohlte Leiche fabuliert, die in der Kapelle des Leipziger Südfriedhofs lag. Der Tote war offensichtlich Opfer eines Unglücks. Was dem Versicherungsmann nicht behagte: Das Leben des "verunfallten" Kaufmanns Kurt Erich Tetzner war bei "Nordstern" und drei weiteren Gesellschaften mit der für damalige Verhältnisse schwindelerregenden Summe von 145 000 Reichsmark versichert. Die Policen waren erst sechs Wochen vorher wirksam geworden. Nun solle doch Kockel - bitte schön - herausfinden, ob Tetzner nicht vielleicht durch einen Herzanfall oder durch Selbstmord aus dem Diesseits geschieden war. Das hätte die Versicherungen entlastet. Im Übrigen pressiere die Sache, denn der Tote solle schon eine Stunde später unter die Erde gebracht werden.

Kockel, auf dessen ständiges Drängen die heute selbstverständliche Zusammenarbeit von Kriminalisten und Rechtsmedizinern bereits am Ort eines Todesfalles zurückging, fuhr sofort zum Friedhof. Noch ahnte der Professor nicht, daß er einen Meilenstein in der Geschichte der Rechtsmedizin setzen und entscheidend dazu beitragen sollte, einen der spektakulärsten Mordfälle seiner Zeit aufzuklären.

Dieser Mord hatte kurz zuvor, im Frühnebel des 27. November 1929 stattgefunden. Auf der Landstraße 8 (Nürnberg-Regensburg) war ein grüner Opel-Coupé "Laubfrosch" gegen 5.30 Uhr nahe der Ortschaft Etterzhausen bei Regensburg gegen einen Kilometerstein geprallt und hatte Feuer gefangen. Aus dem Wrack barg die Polizei eine verkohlte, verstümmelte männliche Leiche, die nur anhand der Autonummer als die des Halters Kurt Tetzner identifiziert wurde. Die "Witwe" Emma Tetzner ließ die sterblichen Überreste nach Leipzig überführen und stimmte auf massiven Druck der Versicherungen widerwillig einer Obduktion zu.

Im Keller der Kapelle fand Richard Kockel "einen stark verkohlten Rumpf, dem noch anhafteten: Die Halswirbelsäule nebst dem Schädelgrund, die obere Hälfte beider Oberschenkel, das untere Gelenkende des rechten Oberschenkels und Teile der Arme". Am linken Oberarmknochenkopf fand der Rechtsmediziner den Rest einer Knorpelleiste, die normalerweise zwischen dem 18. und 22. Lebensjahr verknöchert. Der gesamte Knochenbau war von ausgesprochen zarter Natur. Tetzner war jedoch zum Zeitpunkt seines vermeintlichen Todes bereits 26, untersetzt, übergewichtig und kräftig gebaut. Weder in der Mundhöhle noch im Kehlkopf, im Rest der Luftröhre oder im Lungengewebe konnte Kockel Ruß finden. Bei Menschen, die bei lebendigem Leib verbrennen, hätte der aber nachzuweisen sein müssen.

Daraus zog der Wissenschaftler den Schluß, "daß die Verbrennung nicht bei Lebzeiten erfolgt war, sondern erst nach dem Tode". Diese Erkenntnis korrespondierte mit dem fehlenden Kohlenmonoxid im Blut. Das giftige Gas hätte ebenfalls nachgewiesen werden können. Eine Fettembolie in der Lunge deutete darauf hin, daß die Brandleiche zu Lebzeiten Verletzungen erlitten haben mußte. Kockel hielt es ferner für ausgeschlossen, daß die fehlenden Körperteile restlos verbrannt waren: "Wahrscheinlich wurden die Teile der Gliedmaßen und das Schädeldach beseitigt, um die Ermittlung der Körpergröße, der Farbe des Haupthaares und der Todesursache unmöglich zu machen." Dessen ungeachtet stellte er fest: "Der von mir Sezierte ist gewaltsam getötet, verstümmelt und verbrannt worden." Und: "Der Tote ist nicht Kurt Tetzner!"

Ein ungeheurer Verdacht drängte sich auf: Mord. Und auch ein Tatverdächtiger: Tetzner. Die Hypothese der Leipziger Kripo: Der reisende Kaufmann habe einen Unbekannten ermordet - jünger, kleiner und schwächlicher als er selbst - und dann versucht, das Opfer durch Feuer und Verstümmelung unkenntlich zu machen, um den eigenen Tod vorzutäuschen, und mit der Ehefrau die Versicherungen abzukassieren. Der Verdacht bestärkte sich, als der Unfallort noch einmal gründlich abgesucht und ein faustgroßes, "nicht hitzeverändertes" Stück Gehirn gefunden wurde. Eine Tatsache, die mit der Unfalltheorie nicht in Einklang zu bringen war.

Noch in der Nacht zum 1. Dezember 1929 begann der stellvertretende Leiter der Leipziger Kripo, Kriminalrat von Kriegern, gegen die Eheleute Tetzner zu ermitteln. Sie hatten 1927 geheiratet und von Emmas Mutter in Oschatz, zwischen Leipzig und Dresden, ein kleines Café übernommen. Das lief schlecht, brachte jedoch beim Verkauf immerhin etwa 35 000 Mark ein. Tetzner hatte sich davon den Opel angeschafft, den Rest des Geldes soll er in Nachtbars verjubelt haben. 1929, inzwischen in Leipzig ansässig, war er als Verlagsvertreter oft geschäftlich unterwegs.

Von Kriegern nahm an, daß Tetzner untergetaucht war, aber recht bald aus Geldnot seine Ehefrau kontaktieren würde. Also wurde Emma Tetzner überwacht. Weil sie häufig das Telefon der Nachbarn benutzte, wurde der Anschluß angezapft. Am Morgen des 4. Dezember belauschte ein Beamter den Anruf eines gewissen "Sranelli" aus Straßburg, der Frau Tetzner sprechen wollte. Sie sei unterwegs, hieß es, wäre aber gegen 18 Uhr wieder erreichbar. Von Kriegern bat die französische Polizei um Observation des Postamtes, aus dem der Anruf kam, und flog umgehend in die elsässische Hauptstadt. Als "Sranelli" gegen sechs Uhr abends das Gespräch nach Leipzig anmeldete, wurde er festgenommen - und gestand fassungslos: "Ja, ich bin Kurt Tetzner."

Beim Verhör zurück in Leipzig überraschte er: Er gestand - allerdings einen Mordversuch. Am 22. November hatte er in der Nähe von Ingolstadt den 23jährigen Anhalter Alois Ortner aufgelesen. An einsamer Stelle täuschte er einen Motorschaden vor und veranlaßte den arglosen Schlossergesellen "sich das mal anzusehen". Als Ortner wieder unter dem Wagen hervorkam, drosch Tetzner mit einem Wagenheber auf ihn ein. Dem kräftigen jungen Mann gelang jedoch die Flucht in den Wald. Ortner lag bei der Verhaftung Tetzners noch im Ingolstädter Krankenhaus.

Tetzners zweites Geständnis bereitete den Untersuchungsbehörden mehr Kopfzerbrechen. Am 27. November, am Mordtag also, habe Tetzner einen schmächtigen Handwerksburschen mitgenommen (das Risiko, einen kräftigen, der eigenen Statur entsprechenden Mann auszuwählen, schien ihm nach der "Pleite" mit Ortner zu hoch). Unter Vortäuschung einer Panne sei er sanft gegen den Kilometerstein von Etterzhausen gefahren, habe den Wagen mit Benzin übergossen, den Tank geöffnet und den schlafenden Mitfahrer verbrennen lassen. Dann habe er sich zu Fuß ins nahe Regensburg begeben, und von da - vermutlich mit der Bahn - nach Straßburg. Diese Lesart widersprach allerdings dem Obduktionsergebnis von Professor Kockel, wonach das Opfer nicht lebend verbrannt sein konnte. Obwohl Tetzner klar gewesen sein mußte, daß ihm bei dem entsetzlichen Todeskampf des Opfers keinerlei mildernde Umstände zugute gehalten würden, blieb er bei dieser Tatversion. Bis der Untersuchungsrichter ihm im Frühjahr 1930 Kockels Gutachten vorlegte. Nun begann der Gefangene um seinen Kopf zu kämpfen. "Kurz vor Bayreuth", so Tetzner, "habe ich im Dunkeln einen Mann überfahren und schwer verletzt. Ich habe ihn dann ins Auto gehoben, um ihn ins Krankenhaus zu bringen. Er starb jedoch." Erst dann sei ihm die Idee mit dem Versicherungsbetrug gekommen. Er habe den Toten bei Etterzhausen ans Steuer gesetzt und das Fahrzeug angezündet.

Die Version war zweifellos gut durchdacht. Unfall mit Fahrerflucht inklusive Versicherungsbetrug wiegt weit weniger schwer als Mord. Außerdem hatte Tetzner dabei alle Arbeitsergebnisse Kockels berücksichtigt. Als Erklärung für die Verletzungen verwies Tetzner auf den "Unfall". Der würde auch den Tod des Opfers erklären, und der wiederum das Fehlen von Ruß und Kohlenmonoxid im Körper. Plötzlich sah sich die Kripo wieder am Anfang der Ermittlungen: War es doch kein Mord, sondern ein Unfall?
Der Prozeß begann am 17. März 1931 vor dem Regensburger Schwurgericht. Der Presserummel war gewaltig. Nur vergleichbar mit dem um die Serienmörder Haarmann und Kürten - oder um die politischen Morden der Zwanziger Jahre. Journalisten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den USA und Japan waren angereist und heizten das öffentliche Interesse durch Aufmacher vom unheimlichen Versicherungsmörder oder dem "Mann, der sein eigener Mörder war" weiter an. Vor Gericht ging es dagegen sachlich zu. Ein Gegengutachter, Hans Molitoris, Direktor des Instituts für Gerichtliche Medizin der Universität Erlangen, erklärte, "daß das von Tetzner zu Anfang abgelegte Geständnis, er habe einen Lebenden verbrannt, ganz wohl mit den Erfahrungen der Wissenschaft in Einklang gebracht werden könne". Kockel hingegen wollte zwar nicht ganz ausschließen, "daß nicht bei allen Brandopfern Ruß in den Atemwegen und Kohlenmonoxid im Blut nachgewiesen werden kann", wie das beim Wiener Ringtheaterbrand vom 8. Dezember 1881 der Fall war. Er habe jedoch modernere Untersuchungsmethoden angewandt. Außerdem waren beim Theaterbrand in der allgemeinen Panik viele Menschen erdrückt worden, so daß bei ihnen die vermißten Rückstände gar nicht vorhanden gewesen sein konnten.

Nun neigte sich die Waagschale gegen Tetzner, zumal seine zweite, die "Unfallversion", angesichts des "frischen" Hirnstücks und der fehlenden Körperteile in der Hauptverhandlung kaum Widerhall fand. Das Gericht folgte Kockels "Mordversion" und verurteilte Tetzner wegen Mordes zum Tode. Emma Tetzner bekam wegen Beihilfe vier Jahre Zuchthaus. Nach Ablehnung des Gnadengesuches gestand Tetzner, den Wanderburschen, der über Kälte geklagt hatte, bis zur Bewegungsunfähigkeit in eine Decke eingewickelt und dann erdrosselt zu haben. Mit der ganzen Wahrheit wollte er immer noch nicht herausrücken, denn auch das letzte Geständnis beantwortete nicht alle Fragen zum Tathergang. Der Todeskandidat gab aber noch zu Protokoll: "Der Herr Professor hat ganz recht; das habe ich mir während der ganzen Verhandlung gedacht."

Kurt Erich Tetzner wurde am 2. Mai 1931 um 7 Uhr im Hof des Gerichtsgefängnisses Regensburg mit dem Fallbeil hingerichtet. Richard Kockel, ohne dessen bahnbrechende Arbeit die Untat "des Mannes, der zweimal starb" als tödlicher Verkehrsunfall zu den Akten gelegt worden wäre, starb 1934 an Luftröhrenkrebs. Die Identität des Opfers konnte nie zufriedenstellend geklärt werden.

Quelle: - Berliner Morgenpost vom 19. März 2006 (von Ulrich Zander)


 


4. Der Fall - Joe Ball

 
Joe Ball, geboren im Jahr 1892, war ein ehemaliger Alkoholschmuggler und Besitzer eines Gasthauses in Elmendorf, Texas, in der Nähe von San Antonio. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts führte er das ?Sociable Inn?, das wegen seiner hübschen Kellnerinnen und der Alligatoren-Grube im Hinterhof bekannt war, wo Ball seine Stammgäste täglich mit dem Ritual der Fütterung unterhielt. Es schien aber, als hätte er ein Problem damit, Kellnerinnen zu halten ? und Ehefrauen-, aber Abwechslung war ein Teil dessen, was Joes Lokal so populär machte.

Ball besaß eine dunklere Seite und nach Berichten anderer Einwohner von Elmendorf war er anders als gesellig. So bedrohte er etwa einen Nachbarn, einen Polizisten namens Elton Crude, mit einer Pistole, nachdem sich dieser über den Gestank beschwert hatte, der von Joes Alligatoren-Teich ausging. (Dieser Geruch, so erklärte ball normalerweise, sei dem verfaulten Fleisch zuzuschreiben, dass er als Futter für die Alligatoren verwendete). Einem anderen Anrainer hatte Ball so schreckliche Angst eingejagt, dass dieser eines Nachts seine Familie zusammenpackte und ohne ein Wort der Erklärung aus dem Bundesstaat floh.

Das Gasthaus "Sociable Inn" in Elmendorf, Texas

 

Im September 1937 meldeten besorgte Verwandte den Behörden von Elmendorf das Verschwinden von Minnie Gotthardt. Die vermisste 22-jährige war bei Ball beschäftigt gewesen, ehe sie verschwand, aber der befragte Gasthausbesitzer gab an, sie sei von ihm fort gegangen und hätte eine andere Stelle angenommen. Die Polizei gab sich zufrieden, bis eine weitere Kellnerin ? Julia Turner ? von ihrer Familie ebenfalls als vermisst gemeldet wurde. Ball bediente sich derselben Antwort, aber diesmal gab es Probleme mit der Geschichte, weil das Mädchen ihre Kleidung zurückgelassen hatte. Joe konnte sich herausreden, indem ihm plötzlich ein Streit mit Julias Zimmergenossin einfiel; Turner hätte Angst gehabt, ihr Gewand aus dem Zimmer zu holen, behauptete Ball, und er hätte ihr 500 $ mit auf den Weg gegeben.

Innerhalb weniger Monate kamen zwei weitere Frauen auf die Vermisstenliste; eine davon, Hazel Brown, hatte zwei Tage vor ihrem Verschwinden ein Bankkonto eröffnet, dann ?ging sie weg?, ohne etwas von ihrem Geld abzuheben. Die Texas-Ranger schalteten sich in den Fall ein und stellten eine Liste von Balls bekannten Angestellten der vergangenen paar Jahre zusammen. Viele von ihnen wurden zwar lebend gefunden, aber zumindest ein Dutzend galt seit längerem als vermisst, ebenso Joes zweite und dritte Frau. Ball hielt sich gut unter dem Verhör, aber sein alter Vertrauensmann brach zusammen und berichtete, wie er Ball geholfen hatte, mehrere weibliche Leichen zu beseitigen. Dabei hätte er unter der Androhung des eigenen Todes gehandelt, als er die zerstückelten Überreste an die Alligatoren verfütterte. Aus der Sicherheit seines neuen Wohnsitzes stieß Joes Ex-Nachbar in das gleiche Horn und beschrieb einen Abend im Jahr 1936, als er zugesehen hätte, wie Ball den Körper einer Frau zerhackt und die Teile seinen hungrigen Haustieren vorgeworfen hätte.

    
Die vermisste 22-jährige Minnie Gotthardt war bei Ball beschäftigt.

 

Sheriff John Gray vom Bexar County bei der Spurensicherung

Die Ranger hatten genügend Aussagen, um Ball anzuklagen, aber für einen Schuldspruch brauchten sie solide Beweise. Am 24. September 1934 tauchten sie unerwartet im ?Sociable Inn? auf, um Joes Fleischfass zu untersuchen, und Ball erkannte, dass sein Spiel aus war. Er ging hinter den Tresen, ließ klingelnd das Schild "Kein Verkauf" an der Registrierkasse hochschnellen, zog eine Pistole aus der Geldlade und richtete sich mit einem Kopfschuss selbst. Sein Gehilfe wurde aufgrund mildernder Umstände für zwei Jahre eingesperrt, während Joes Alligatoren an den San Antonia-Zoo verschenkt wurden.

Quelle:
- Die große Enzyklopädie der Serienmörder (von Michael Newton) 2. Auflage 2005 - Seite 22 - ISBN 3-85365-189-5

 

 

5. Der Fall - Herman Drenth

Herman Drenth war Möbelhändler in Clarksburg, West Virginia. Über Heiratsanzeigen lernte er immer wieder heiratswillige Damen kennen, die er kurze Zeit später ermordete. 1931 heiratete er Asa Buick Eicher aus Illinois, eine Mutter von drei Kindern, welche von dem Paar vor den Flitterwochen bei Bekannten untergebracht wurden.

Nachdem Drenth seine Ehefrau ermordet hatte, holte er die drei Kinder ab und bezahlte die Kosten für die Verpflegung mit einem ungedeckten Scheck. Über diesen Scheck kam die Polizei auf seine Spur. Bei der Durchsuchung seines Anwesens fand die Polizei mehrere Leichen. Im Haus selber gab es einen Raum, der zu einer Gaskammer umgebaut war und eine Trennscheibe besaß, durch die Drenth den Todeskampf seiner Opfer genau mitverfolgen konnte.Bei den Ermittlungen kamen immer neue Beweise für weitere Morde heraus. Drenth allerdings sah die Ergebnisse mit Fatalismus: ?Fünf Morde habt Ihr mir schon angehängt, was tun da 50 weitere?. Er wurde wegen fünffachen Mordes zum Tode verurteilt und am 18. März 1932 in West Virginia gehängt. Die drei Kinder von Asa Buick Eicher wurden nie gefunden.

Quellen: - EXECUTED - 100 Jahre Hinrichtungen in den USA (von Michael Kahr) Ausgabe 2002 - Seite 143 ? ISBN: 3-935678-03-7

 

 

6. Der Fall - Robert Harris White

Robert Harris White - gerissener Gauner und Glücksspieler

Der 1889 in Texas geborene Robert H. White wurde am 2. Juni 1930 im Alter von 41 Jahren wegen Mordes an Louis La Vell in der Gaskammer von Nevada hingerichtet. White wurde für schuldig befunden, am 6. Mai 1928 seinen Partner Louis La Vell in Elko ermordet zu haben. Gemeinsam hatten sie beim Glücksspiel als Gaunerpaar mit gezinkten Karten gespielt. Nach dem Spiel sollte La Vell 25 Prozent seiner Gewinnsumme an Robert Harris White ausbezahlen. Im Verlauf des darüber entbrannten Streites wurde La Vell getötet.

Am 2. Juni 1930 musste Robert H. White auf dem Stuhl der Gaskammer Platz nehmen. Dies war die erste Hinrichtung, die protokolliert wurde. Auf die Frage des Gefängnisdirektors nach seinem letzten Wunsch antwortete White: "Bitte geben Sie mir eine Gasmaske, etwas anderes kann ich unter diesen Umständen nicht brauchen."

  

Die Gaskammer von Elko in Nevada - Whites letzte Station

 

Die Hinrichtung begann um 4.36 Uhr morgens, das Gas wurde um 4.37 Uhr und 30 Sekunden in die Gaskammer gegeben. Robert H. White atmete um 4.38 Uhr das Gas tief ein und wurde daraufhin sofort bewusstlos.

 

Quellen: - EXECUTED - 100 Jahre Hinrichtungen in den USA (von Michael Kahr) Ausgabe 2002 - Seite 130 ? ISBN: 3-935678-03-7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7. Der Fall - Rainey Bethea

   

                          Rainey Bethea   Beim Verhör...

Das Verbrechen war entsetzlich, doch der Fall blieb wegen der Umstände der Bestrafung in Erinnerung. Rainey Bethea wurde am 14. August 1936 in Owensboro,

Kentucky, öffentlich vor 15.000 Zuschauern gehängt. Bethea, ein junger Schwarzer, war drei Jahre zuvor nach Owensboro gekommen und hatte sofort Probleme mit der Justiz. Im April 1935 stahl er zwei Handtaschen aus dem Vogue Beauty Shop. Weil deren Wert fünfundzwanzig Dollar überstieg, lautete die Anklage auf schweren Diebstahl, und er kam für ein Jahr ins Staatsgefängnis. Nach seiner Entlassung kehrte er nach Owensboro zurück, wo er einen Monat später wegen Trunkenheit und Ruhestörung verurteilt wurde. Weil er die Strafe von 100 Dollar nicht zahlen konnte - er verdiente nur 7 Dollar pro Woche -, kam er für drei Monate ins Gefängnis. Am Morgen des 7. Juni 1936 war er wieder betrunken. Er brach durch das Schlafzimmerfenster ins Haus von Lischia Edwards ein. Die alte Dame erwachte, er würgte und vergewaltigte sie, dann durchsuchte er ihren Schmuck. Dabei streifte er seinen Gefängnisring aus schwarzem Zelluloid ab, den er vergaß, als er mit einigen Schmuckstücken floh, die er in einer Scheune in der Nähe versteckte. Als Lischia Edwards Leiche entdeckt wurde, rief man den Coroner. Dieser fand Betheas Ring. Eine Woche später wurde Bethea verhaftet, als er an Bord eines Flussbootes gehen wollte. Die Polizei konnte verhindern, dass er gelyncht wurde, denn der Volkszorn kochte, weil das Opfer eine Weiße war. Bethea legte ein Geständnis ab, sagte aber, dass er bei der Vergewaltigung nicht gewusst habe, ob sein Opfer tot war oder noch lebte. Dass war ein entscheidender Punkt, denn 1936 gab es in Kentucky kein Gesetz, dass Geschlechtsverkehr mit einer Leiche verbot. Die Art des Verbrechens war entscheidend für die Anklage. Auf Mord und Raub stand der Tod auf dem elektrischen Stuhl, auf Vergewaltigung der Tod am Galgen.

 

 

 

 

Die letzten Schritte von Rainey Bethea und ......... das Ende

Bethea wurde wegen Vergewaltigung angeklagt, und die Jury brauchte fünf Minuten, um ihn für schuldig zu befinden. Rainey Bethea wurde am 14. August 1936 die Schlinge um den Hals gelegt und öffentlich aufgehängt.

Quellen: - True Crime ? Die spektakulärsten Verbrechen der Geschichte (von Nick Yapp) S. 66 - ISBN 978 -1 4054-9795-4

 

 

 

8. Der Fall - Dr. Buck Ruxton

Dr. Buck Ruxton und seine Frau Isabella Ruxton, sowie die Hausangestellte Mary Jane Rogerson

Bukhtyar Rustomji Rantanji Hakim kam 1927 aus Indien ins schottische Edinburgh, um dort Medizin zu studieren. Er qualifizierte sich als Arzt, änderte seinen Namen in Buck Ruxton und heiratete die Restaurantbesitzerin Isabella Kerr. Sie zogen nach Lancaster und hatten zusammen drei Kinder. Die Partnerschaft war nicht harmonisch, denn Ruxton war ein eifersüchtiger, aufbrausender Mensch. Angestellte und die Polizei in Lancashire wussten das, denn er hatte mehrfach gedroht, seine Frau umzubringen.

Am 15. September 1935 kam es zur Eskalation, als Ruxton Isabella erwürgte. Die Hausangestellte Mary Jane Rogerson wurde Zeugin der Tat, und Ruxton erstickte auch sie. Dann ging er überlegt und systematisch vor. Er zerteilte beide Leichen, entfernte Isabellas Fingerspitzen, um eine Identifizierung unmöglich zu machen, und wickelte die Teile in Zeitungspapier ein. Er fuhr damit ins 160 Kilometer entfernte Moffat in Schottland und warf sie in eine Schlucht. Aber er machte einen entscheidenden Fehler: Die von ihm verwendete Zeitung war eine Spezialausgabe des Sunday Graphic, die nur in der Gegend von Lancaster verkauft worden war.

Die Ermittler im Fall Ruxton überblendeten ein
Foto des in Schottland gefundenen Schädels mit 
einer Porträtaufnahme von Mrs Ruxton

  Skelett aus der Schluch


14 Tage später entdeckten zwei Wanderer in der Schlucht ein menschliches Bein. Die Polizei fand 43 verschiedene Leichenteile, die den beiden Gerichtsmedizinern Prof. John Glaister und Prof. James Brash übergeben wurden. Glaister und Brash konnten einen der gefundenen Finger den Fingerabdrücken von Mary Jane zuordnen. Die andere Leiche identifizierten sie, indem sie eine lebensgroße Vergrößerung von Isabellas Kopf mit dem Röntgenbild von einem der Schädel aus der Schlucht verglichen. Die Altersbestimmung der Maden an den Leichen ergab, dass der Todeszeitpunkt mit dem Zeitpunkt des Verschwindens der beiden Frauen übereinstimmte.

 

Die beiden Gerichtsmediziner Glaister und Brash (links und mitte).

 

Ruxton wurde festgenommen, angeklagt und verurteilt. Am 12. Mai 1936 starb er im Strangeways Prison in Manchester am Galgen.

Quellen: - True Crime ? Die spektakulärsten Verbrechen der Geschichte (von Nick Yapp) S. 252 - ISBN 978 -1 4054-9795-4

 

 

9. Der Fall - Bela Kiss

Der Ungar Bela Kiss, ein Familienvater und Amateur-Astrologe, begann seine Karriere als Serienmörder relativ spät. Im Februar 1912 übersiedelte Kiss, 40jährig, mit seiner um etwa 15 Jahre jüngeren Frau Marie in das Dorf Czinkota. Innerhalb weniger Wochen hatte Marie einen Liebhaber gefunden, einen Paul Bikari, und im Dezember 1912 erzählte Kiss seinen Nachbarn traurig, dass das Paar gemeinsam davongelaufen sei und ihn vergrämt allein zurückgelassen hätte. Anstelle seiner Frau stellte Kiss eine ältere Haushälterin an. Sie lernte, die Reihe der Frauen zu ignorieren, die kamen, um mit dem wieder in Frage kommenden Junggesellen ihre Zeit zu verbringen.

Etwa zur selben Zeit begann Kiss, große Metalltrommeln zu sammeln, und informierte den neugierigen Dorfpolizisten darüber, dass sie mit Benzin gefüllt seien, da zu erwarten war, dass letzteres mit dem Ausbruch des Krieges in Europa knapp würde. Die Behörden in Budapest suchten mittlerweile Informationen über das verschwinden von zwei Witwen namens Schmeidak und Varga, die seit mehreren Wochen keinen Kontakt mehr mit ihren Freunden oder Verwandten aufgenommen hatten. Beide Frauen waren zuletzt in der Begleitung eines Mannes namens Hoffmann gesehen worden, von dem behauptet wurde, dass er nahe der Margarethenbrücke in Budapest leben würde, aber auch er war spurlos verschwunden. Der Polizist von Czinkota war über diese Nachforschungen informiert, sah aber keinen Grund, Herrn Hoffmann mit dem ruhigen, bescheidenen Bela Kiss in Verbindung zu bringen.

 

 

Kiss fing an, Metallfässer zu sammeln Vermisst: Die Witwe Katherina Varga Ebenfalls vermisst: Margaret Toth

 

Im November 1914 wurde Kiss zum Militärdienst abkommandiert und zog an die Front, kaum dass er angelobt worden war und die Ausrüstung ausgefasst hatte. Weitere achtzehn Monate sollten verstreichen, ehe die Beamten in Czinkota darüber informiert wurden, dass Kiss in der Schlacht gefallen sei ? ein weiterer, schrecklicher Eintrag auf der Gefallenenliste im blutigen Frühjahr des Jahres 1916. Er wurde von den Dorfleuten bis Juni vergessen, als Soldaten nach der Suche nach Benzinvorräten nach Czinkota kamen.

Das Haus... und der Schuppen von Bela Kiss Der grauenhafte Inhalt der Metallfässer

 

Der Dorfpolizist erinnerte sich an Kiss´ Lager von Metalltrommeln und führte eine Abteilung Soldaten zum Haus des toten Mannes. Im Haus förderten sie sieben Trommeln zu Tage?diese enthielten aber kein Benzin. Stattdessen enthielt jede Trommel die nackte Leiche einer Frau, erwürgt und in Alkohol eingelegt. Die Schublade in Kiss´ Büro ging über vor lauter Karten und Briefe von Frauen, die auf Zeitungsanzeigen geantwortet hatten, die Kiss unter dem Namen Hoffmann geschaltet hatte und in denen er sich als "einsamer Witwer, der weibliche Gesellschaft sucht", beschrieb.Der Polizist von Czinkota erinnerte sich, dass des mehr Trommeln gegeben hatte ? und sehr viel mehr obendrein. Eine Durchsuchung der näheren Umgebung brachte weitere siebzehn zum Vorschein, jede mit einer eingelegten Leiche darin. Die Behörden von Budapest identifizierten die vermissten Witwen, und auch Marie Kiss befand sich in einer der Trommeln. Ihr Liebhaber, Paul Bikari, war der einzige Mann unter den vierundzwanzig aufgefundenen Opfern.

Die Polizei stellte die Theorie auf, dass Bela Kiss seine Frau und deren heimlichen Liebhaber in eifersüchtiger Rage ermordet hatte und in einer Weise über die Leichen verfügt hatte, die ? wie er dachte ? jede Möglichkeit einer späteren Entdeckung ausschalten würde. Das Verbrechen entfesselte anscheinend eine Art versteckten Wahnsinn, demzufolge Kiss die nächsten zwei Jahre damit verbrachte, mit Leidenschaft einsamen Frauen nachzustellen, etwas von ihrem Ersparten ergaunerte, ehe er sie strangulierte und in seinen Behelfsgruften verschloss. Es war ein grässlicher Fall, aber Kiss war gegangen, um einem höheren Gerichtshof gegenüber zu treten. Wer war er wirklich?

Im Frühjahr 1919 wurde Kiss auf der Margarethenbrücke in Budapest gesehen, in ?Herrn Hoffmanns? Vorkriegs-Revier. Die Polizei wies nach, dass Kiss seine Papiere mit einem Opfer des Schlachtfeldes vertauscht und die Identität des toten Mannes angenommen hatte, um seine Flucht zu bewerkstelligen. Dieses Wissen brachte die Ermittler allerdings nicht näher an ihren Mann, Kiss war wieder durchs Netz gegangen. Die aussichtslose Suche ging weiter. Im Jahr 1924 erzählte ein Deserteur der französischen Fremdenlegion den Beamten der Sicherheitspolizei von einem Legionärskameraden, der die Truppe mit Geschichten über seine Fertigkeiten mit der Garotte unterhielt. Der Name des Soldaten war Hoffmann, und er passte zu Beschreibungen von Bela Kiss, aber die Spur war eine weitere Sackgasse. Zur selben Zeit wurde die ungarische Polizei nämlich darüber informiert, dass Legionär ?Hoffmann? ebenfall desertiert und spurlos verschwunden sei.

Französische Fremdenlegionäre 1924

1932 war der New Yorker Mordermittler Henry Oswald davon überzeugt, dass er Bela Kiss gesichtet hätte, als dieser von einer U-Bahnstation am Time Square heraufgekommen war. Oswald, der wegen seines unheimlichen Erinnerungsvermögens, was Gesichter betraf, von seinen Kollegen den Spitznamen ?Kamera-Auge? bekommen hatte, war unerschütterlich in seinem Glauben, dass Kiss ? der an die siebzig gewesen sein musste ? irgendwo in New York lebte. Unglücklicherweise hatte die Menschenmasse am Time Square Oswald davon abgehalten, Kiss zu verfolgen und er konnte bloß in hilfloser Wut mit ansehen, wie seine Zielperson verschwand. 1936 verbreitete sich das Gerücht, dass Kiss als Hausmeister in einem Wohnblock in New Yorks sechster Straße arbeitete. Wieder schaffte er es, der Polizei zu entkommen ? wenn er überhaupt jemals dort gewesen war ? und nun wurde die Spur kalt. Was auch immer letztendlich aus Bela Kiss wurde, bleibt ein Rätsel, und nun, nachdem mehr als sechs Jahrzehnte vergangen sind, kann an eine Lösung nicht einmal mehr gedacht werden. In Ungarn erinnert man sich an ihn als denjenigen, der davonkam.

Quellen: - Die große Enzyklopädie der Serienmörder (von V. F. Sammler /erg. Jaques Buval) 2.Auflage 2005 - S. 210 - ISBN 3-85365-189-5

 

 

10. Der Fall - Amy Archer-Gilligan

Amy Archer wurde 1873 in Neuengland geboren und heiratete im Alter von 20 Jahren James Archer mit dem sie 1898 ein Kind namens Mary hatte. 1901 eröffnete sie ohne jegliche Qualifikationen zu besitzen ein Pflegeheim für alte Menschen. Das sie dann 1907 schloss und wiederum ein Pflegeheim im nahe gelegenen Windsor eröffnete. Trotz ihrer mangelnden Erfahrung gab es dennoch keine beschwerden über Amy Archer.

Bis 1910 gab es eigentlich keine Auffälligkeiten im "Archer Heim für Alte und Gebrechliche". Im selben Jahr starb allerdings ihr Mann, dessen Todesursache aber als natürlich galt und so kein großes Aufsehen darum gemacht wurde. Sie heiratete im Jahre 1913 dann zum 2ten Mal, diesmal Michael Gilligan, dieser starb aber bereits nach 12 Monaten Ehe, was doch etwas verdächtig wirkte. Dazu kam dass in den Jahren 1911 ? 1916 48 Todesfälle in dem nur mit 14 Betten ausgestatteten Heim zu verzeichnen waren. Auffällig war auch, dass Amy Archer nur Patienten aufnahm die im Voraus 1000$ für die lebenslange Pflege zahlen konnten. Auf Verdacht von Verwandten einer Verstorbenen hin, schmuggelten sich dann verdeckte Ermittler ins Heim ein und machten schauderhafte Entdeckungen.

Um die Lebenszeit der Patienten zu verkürzen half "Schwester" Amy mit Gift oder Polster nach. So konnte sich mit wenig Aufwand die 1000$ kassieren. Bei einer nachträglichen Obduktion stellte sich u. a. heraus dass sie Gilligan mit Gift ermordete und man konnte ihr immerhin 6 Morde nachweisen. 1917 wurde sie dann zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und 1923 schließlich in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen in der sie 1962 im Alter von 89 Jahren verstarb.

Quellen: - www.angelfire.com/rl

 

 

11. Der Fall - Carl Panzram

Name: Carl Panzram
geboren: 28. 6. 1891 in Warren / Minnesota
gehenkt: 5. 9. 1930 in Leavenworth / Kansas

Carl Panzram war einer der schlimmsten soziopathischen Schwerverbrecher aller Zeiten: ein Dieb, Einbrecher und Räuber, Brandstifter und brutaler homosexueller Vergewaltiger und ein eiskalter 21-facher Mörder. Er wird oft als der erste amerikanische Serienmörder bezeichnet. Erst durch seine Tagebücher und seine schonungslosen Memoiren, die er in der Isolationszelle schrieb, wurde das gesamte Ausmaß seiner Greueltaten bekannt.
Carl Panzrams Motto lautete: "Beraubt sie alle, vergewaltigt sie alle und tötet sie alle!"

Weitere Zitate von Carl Panzram:
"In meinem Leben habe ich 21 Menschen umgebracht, ich habe Tausende von Einbrüchen, Raubüberfällen und Diebstählen verübt und zudem beging ich Vergewaltigungen an über 1000 Jungen und Männern. All das tut mir kein bisschen leid. Ich habe kein Gewissen, also kümmert es mich nicht. Ich glaube weder an die Menschen, an Gott oder den Teufel. Ich hasse die ganze verdammte Menschheit inklusive mich selbst."
"Ich war so voller Hass, dass es in mir keinen Platz gab für Gefühle wie Liebe, Mitleid, Güte, Ehre oder Anstand."
"Natürlich, ich liebe Jesus jetzt sehr ? Ja, ich liebe ihn so verdammt sehr, dass ich ihn am liebsten noch einmal kreuzigen würde."
"Ich wünschte die gesamte Menschheit hätte einen Hals und ich hätte meine Hände darum."
"Mir tut nur leid, dass ich nicht tot geboren oder dass ich überhaupt geboren wurde."

Carl Panzram wurde als Sohn preußischer Einwanderer im ländlichen Minnesota geboren. Die Eltern besaßen eine kleine Farm, die kaum das Nötigste zum Leben abwarf, deshalb wurden auch die Kinder schon früh für die harte Feldarbeit eingespannt. Der Vater trank und verließ die Familie eines Tages als Carl ca. 7 Jahre alt war. Seine Mutter versuchte die Farm zu retten, indem sie noch mehr schuftete und dies auch von den Kindern verlangte. Carl Panzram war ein schwieriges Kind, er log und stahl und wurde dafür von seinen Brüdern regelmäßig verdroschen. Mit 8 Jahren betrank er sich und legte Brände, dies führte dazu, dass er unweigerlich in einem christlichen Erziehungsheim ("reform school) landete. Hier herrschten strenge Regeln, die Aufsicht der Jungen führten Häftlinge. Kleinste Vergehen wurden mit zum Teil brutalen Strafaktionen geahndet, die Carl Panzram später als regelrechte Folterungen beschrieb. Auch sexueller Missbrauch der jugendlichen Zöglinge war an der Tagesordnung. In sämtlichen Jugendheimen, Besserungsanstalten und Gefängnissen, in denen er einsaß, traf er immer auf die gleichen brutalen, sadistischen Autoritätspersonen (kirchliche Heimleiter, Geistliche, Lehrer, Gefängnisleitung und -personal). Er stahl und raubte weiterhin und legte Brände, sobald die Gelegenheit günstig war. Dafür hatte er sich eine Methode ausgedacht, wobei das Feuer erst begann, nachdem er den Ort längst verlassen hatte.
In Panzram wuchs der Hass auf die Gesellschaft, auf die gesamte Menschheit inklusive sich selbst. In seinen Träumen zog er, endlich in Freiheit, durch die Lande, als Dieb, Einbrecher und Räuber, Feuer legend und mordend, sich gnadenlos an jedem für all das rächend, was ihm je angetan wurde. Später spielte er mit der Idee, Züge entgleisen zu lassen und entwickelte sogar einen "Masterplan", wie er einen Krieg zwischen Amerika und England anzetteln wollte.
Mit 13 Jahren flüchtete er aus einer Besserungsanstalt und begann seine Racheträume in die Tat umzusetzen, seine Spezialität waren Räubereien und insbesondere Einbrüche mit anschließenden Brandstiftungen, die bald zu seinem Markenzeichen wurden.
Er schloss sich einer Gruppe Hobos (Eisenbahn-Trampern) an und reiste quer durch die USA. Bei seiner ersten und einzigen sexuelle Begegnung mit einer Frau holte er sich eine Geschlechtskrankheit. Dies veranlasste ihn, seinen Geschlechtstrieb fortan nur noch auf Jungen und Männer zu konzentrieren. Nachdem er von Hobos betrunken gemacht und brutal vergewaltigt worden war, machte er auch das Saufen und Vergewaltigen zu seiner Passion.

Carl Panzram mit ca. 25 Jahren

 

Mit 16 meldete er sich freiwillig zum Militärdienst. Dort benahm er sich jedoch dermaßen undiszipliniert und legte sich mit seinen Vorgesetzten an, dass ihm dies 37 Monate im Militärgefängnis und eine unehrenhafte Entlassung einbrachte.
Panzram landete immer wieder im Gefängnis. Von seinen 39 Lebensjahren befand er sich kaum mehr als 12 Jahre auf freiem Fuß. Da er in immer mehr Bundesstaaten gesucht wurde, legte er sich wechselnde Aliasnamen zu und trieb sein Unwesen nicht nur in den USA. Er heuerte auf Frachtschiffen an, kam so nach Europa und bis nach Westafrika. Er soll in nahezu 30 Länder gewesen sein. Bemerkenswert dabei ist, dass er auf seinen Reisen bzw. auf seiner Flucht gerne Museen besuchte, so soll er u.a. den Prado in Madrid besichtigt haben.

Seine Vergewaltigungen und Morde beging er an Jungen und Männern, egal welcher Hautfarbe. Er stahl in Virginia eine Yacht, überführte sie nach New York und heuerte dort nach und nach zehn Matrosen an, die er an Bord zuerst betrunken machte und ausraubte, dann vergewaltigte und anschließend erschoss und ins Meer warf. In Angola (Afrika) heuerte er für die Krokodiljagd acht Eingeborene an. Als sie auf dem Kanu mit dem Rücken zu ihm gewandt vor ihm saßen, knallte er sie nacheinander ab, missbrauchte einige von ihnen und warf sie den Krokodilen zum Fraß vor. Er behauptete später, dass ein paar der Männer noch am Leben waren, als er sie über Bord warf.
Später lauerte er einem etwa 12-jährigen afrikanischen Jungen auf, vergewaltigte ihn in einer Kiesgrube und brachte ihn anschließend um.
In Salem (Massachusetts) lockte er einen 12-jährigen Jungen auf ein abgelegenes Grundstück, vergewaltigte ihn nach seinen eigenen Angaben sechsmal, stopfte ihm Papiertücher in den Rachen und erschlug ihn mit einem Stein. Als er 1928 in Kansas wegen Einbrüchen und schweren Raubes verhaftet und zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, drohte er damit, dass er jeden, der ihm zu nahe käme, umbringen würde. Er beließ es nicht bei der Drohung, sondern erschlug in der Gefängniswäscherei einen sadistischen Wärter, der sich besonders darauf spezialisiert hatte, ihn zu quälen, mit einer Eisenstange.

Panzram alias Jeff Davis... alias Jefferson Rhoades

Daraufhin wurde er zum ersten Mal wegen Mordes angeklagt und erhielt die Todesstrafe, die in Kansas extra seinetwegen wieder eingeführt wurde. In der Todeszelle sitzend traf er auf einen Wärter (Henry Lesser), der ihm Schreibzeug in die Zelle schmuggelte, woraufhin er begann, seine Killer-Memoiren zu schreiben. Henry Lesser war beeindruckt von der zynischen Offenheit dieses misshandelten Sträflings. Er war wahrscheinlich der einzige Mensch, der ihn je wohlwollend behandelte. Auf jeden Fall hat Panzram, der Gefängnispersonal besonders hasste und sich mit jedem Wärter anlegte, ihn nie angegriffen, obwohl er dazu des Öfteren Gelegenheit gehabt hätte. Mittlerweile litt Panzram an Depressionen, hatte Tobsuchtsanfälle und versuchte sich mit einer Rasierklinge umzubringen, was jedoch misslang.
Eine Menschenrechtsorganisation versuchte ihn vor dem Galgen zu retten und beantragte, die Todesstrafe in eine lebenslängliche Haftstrafe umzuwandeln. Als Panzram davon erfuhr, geriet er völlig aus dem Häuschen und bestand bei dem damaligen US-Präsidenten Herbert Hoover in einem zynisch-sarkastischen Brief vehement auf Vollstreckung seiner Todesstrafe.
Am 5. September 1930 wurde endlich seinem Wunsch entsprochen. Weil es ihm nicht schnell genug ging, waren seine letzten Worte an den Henker: "Hurry it up, you bastard I could hang a dozen men while you're fooling around."
"Beeil dich, du Bastard! Während du herumtrödelst, könnte ich ein Dutzend Männer hängen!"

Quellen: - Executed ? 100 Jahre Hinrichtungen in den USA (von Michael Kahr) Ausgabe 2002 - S.132 - ISBN 3-935678- 03-7 und Sammlermaterial

 

 

12. Der Fall - Nathan Leopold jr. und Richard Loeb

              

Nathan Leopold jr. (19. November 1904 - 29. August 1971) und Richard Loeb (11. Juni 1905 - 28. Januar 1936), besser bekannt als Leopold und Loeb, waren zwei wohlhabende Studenten an der University of Chicago, die 1924 den 14-jährigen Bobby Franks ermordeten und dafür zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Ihre Tat war deshalb bemerkenswert, weil sie hauptsächlich durch den Ehrgeiz der Studenten motiviert war, das perfekte Verbrechen zu begehen. Auch spielte das Verbrechen eine Rolle in der amerikanischen Diskussion um die Todesstrafe.

Leopold, zur Tatzeit 19 Jahre alt, und der 18-jährige Loeb planten eine Entführung mit anschließendem Mord. Sie hielten sich für Übermenschen im Sinne Nietzsches und fürchteten daher nicht, gefasst zu werden. Die beiden Freunde waren außergewöhnlich intelligent: Leopold hatte im Alter von 19 Jahren bereits das College abgeschlossen und studierte Jura an der Universität
Chicago. Er sprach fünf Sprachen und war ein Experte auf dem Gebiet der Ornithologie. Loeb war der jüngste Absolvent in der Geschichte der University of Michigan. Beide lebten in Kenwood, einer wohlhabenden Gegend im Süden Chicagos.

Am 21. Mai 1924 lockten Leopold und Loeb Bobby Franks, einen entfernten Verwandten und Nachbarn Loebs, in einen gemieteten Wagen. Dort schlug ihn Loeb zunächst mit einem Meißel nieder, anschließend erstickten sie ihn gemeinsam. Nachdem Leopold und Loeb die Leiche in einem Graben unter Eisenbahnschienen außerhalb Chicagos versteckt hatten ? das Gesicht mit Säure verätzt, um eine Identifizierung zu erschweren, erhielt die Familie des Opfers eine Lösegeldforderung in Höhe von 10.000 Dollar. So wollten sie eine Entführung vortäuschen. Bevor jedoch die Familie das Lösegeld aufgetrieben hatte, fanden Eisenbahnarbeiter die Leiche. Den Ermittlern war sofort klar, dass es sich um keine gewöhnliche Entführung handeln könne - ein Entführer hätte keinen Grund gehabt, Bobby Franks zu töten.

Eine Brille, die neben der Leiche gefunden wurde, führte schließlich auf die Spur von Nathan Leopold. Die Lösegeldforderung war auf einer Schreibmaschine getippt worden, die dieser zusammen mit einigen Studienkollegen genutzt hatte. Während des Verhörs fielen die Alibis der Täter in sich zusammen. Beide gestanden das Verbrechen, bezichtigten jedoch den jeweils anderen der
eigentlichen Tötung Bobby Franks. Monatelang hatten sie die Tat geplant und Möglichkeiten erdacht, an das Lösegeld zu kommen, ohne erwischt zu werden. Dabei waren sie immer davon ausgegangen, dass die Leiche erst lange nach der Geldübergabe entdeckt werden würde. Das Geld war allerdings nicht ihr Hauptmotiv; ihre Familien versorgten sie zu Genüge. Vielmehr gaben beide zu, den mit der Tat einhergehenden Nervenkitzel gesucht zu haben. Selbst im Gefängnis versuchten sie, diesen Nervenkitzel aufrecht zu erhalten, indem sie immer wieder Zeitungsreporter mit sämtlichen blutrünstigen Details ihres Verbrechens versorgten.

Die Beerdigung Bobby Franks

 

Die Öffentlichkeit war schockiert. In der jüdischen Gemeinde hatte sich niemand vorstellen können, dass so glänzende Beispiele für Erfolg ein derartiges Verbrechen begehen könnten. Sowohl die Familie Leopolds als auch die Familie Loebs war relativ wohlhabend, und nahezu jeder junge Student der University of Chicago hatte damals eine gesicherte Zukunft vor sich. Es gab also absolut keinen Grund, zum Verbrecher zu werden. Antisemitische Politiker wie Gene Scott versuchten, das Verbrechen für ihre Propaganda zu nutzen, obwohl keiner der Angeklagten praktizierender Jude war. Loebs Mutter war sogar Katholikin, und Leopold hatte oft vor und während des Prozesses seinen Atheismus betont. Meyer Levin merkte an, dass es "eine Erleichterung sei, dass auch das Opfer jüdischen Glaubens war" und traf damit die Meinung vieler jüdischer Gemeindemitglieder.

Das Gerichtsverfahren wurde zum Medienspektakel; man sprach öffentlich vom "Jahrhundertverbrechen". Die Familie Loebs engagierte den 67-jährigen Rechtsanwalt Clarence Darrow als Verteidiger, einen erbitterten Gegner der Todesstrafe. Man erwartete, dass er auf Freispruch wegen Unzurechnungsfähigkeit plädieren würde; Darrow jedoch überraschte die Öffentlichkeit damit, dass er beide Angeklagte sich schuldig bekennen ließ. Dadurch vermied er ein Urteil durch Geschworene, das wegen der aufgeheizten öffentlichen Meinung sicherlich auf Tod durch den Strang gelautet hätte. Stattdessen konnte er nun vor einem einzelnen Richter argumentieren und für das Leben seiner beiden Mandanten plädieren.

Leopold und Loeb auf dem Weg zum Gerichtssaal

 

Darrow hielt eine zwölfstündige Rede, die mit Recht als die beste seiner Karriere gilt. Möglicherweise hatte Darrow den Fall gerade übernommen, um eine solche Rede halten zu können, denn so konnte er seine starken Argumente gegen die Todesstrafe durch die Zeitungsmeldungen in aller Welt einer breiten Öffentlichkeit mitteilen. Und wenn er zeigen könnte, dass selbst solch grausame
Mörder nicht hingerichtet werden müssten, so würden vielleicht auch andere Todesurteile schwerer durchzusetzen sein.

Entscheidend war vor allem Darrows Argument, dass die beiden Angeklagten noch minderjährig waren. Der Richter sah daraufhin mit Blick auf die weltweite Entwicklung des Strafrechtes von der Todesstrafe ab. Der Fall Loeb/Leopold wird daher oft im Zusammenhang mit der Diskussion um die Bestrafung Minderjähriger in den USA genannt. Auch damals war in der Öffentlichkeit die Todesstrafe gefordert worden, ungeachtet des Alters der Angeklagten.

Darrow war schließlich erfolgreich: Der Richter verurteilte Leopold und Loeb zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe für den Mord und zu weiteren 99 Jahren Gefängnis für die Entführung.

Im Gefängnis nutzten die beiden ihre Bildung für einen guten Zweck, indem sie anderen Häftlingen Unterricht gaben. Im Januar 1936 jedoch wurde Loeb, im Alter von 32 Jahren, von seinem Zellengenossen James Day mit einem Rasiermesser attackiert und erlag seinen Verletzungen. Day konnte später glaubhaft machen, dass Loeb versucht hatte, ihn sexuell zu belästigen, und er in Notwehr gehandelt habe.

1958, nach 33 Jahren Gefängnis, wurde Leopold auf Bewährung entlassen. Er zog nach Puerto Rico, um der Aufmerksamkeit durch die Presse zu entgehen, und heiratete eine verwitwete Floristin. 1971 starb er mit 66Jahren an einem Herzinfarkt.

Quellen: - wapedia

 

 

13. Der Fall - Wilhelm Hoffmann

Beim Begriff "Ziege" mag der heutige Münsteraner an den Ziegenkäse aus dem Feinkostladen denken. Oder an seinen weichen Paschmina-Schal vom Bauchhaar der tibetischen Bergziege.

Vor einigen Jahrzehnten jedoch war die Ziege noch ein wichtiges Nutztier. Wer sich keine Kühe leisten konnte, hielt sich Ziegen und der mitgliederstarke Ziegenzuchtverein war im Leben der Stadt eine ernstzunehmende Größe.

Daher fand der münstersche Ziegenprozess rege Beachtung. In einer Novembernacht 1920 stöhnte und kreischte es laut aus der Wermelingstraße 42 durch das friedlich schlafende Kreuzviertel. Ein hinzueilender Streifenpolizist bemerkte mehrere Männer in der Wohnung eines Wilhelm Hoffmann und forderte erstmal Verstärkung an. Energisch schellten die Beamten und trafen auf fünf Männer, die sich einig waren, nur rein zufällig hier zu sein. Im Bett lag Frau Hoffmann und gähnte demonstrativ. Die Männer waren kräftige "Arbeiter mit der Faust", vom Maurer bis zum Dachdecker. Gekreisch? Davon hat keiner etwas gehört.

Den Beamten wurde es zu bunt und sie durchsuchten die Wohnung. Dabei fand sich in einem Bett ein Korb mit einigen Teilen einer Ziege: Die körperwarmen inneren Organe, der Kopf und die Beine. Auch zwei soeben geschlachtete Kaninchen lagen dabei. Auf die Frage nach dem Verbleib des Ziegenfleischs kam das große Schweigen. Dann bemerkte das routinierte Polizeiauge die seltsam gewölbte Bettdecke der Ehefrau. Diese wurde plötzlich ganz wach. Wütig protestierte sie gegen das Anheben der Decke als Anschlag auf ihre Sittlichkeit. Der Anblick und Geruch darunter strapazierte die Grenzen der ästhetischen Belastbarkeit: Neben der schwitzenden Frau lag die frisch abgezogene Ziege.

Daraufhin wurden drei der fünf Männer zur Befragung auf die Polizeiwache gebracht. Die kargen Zellen im öffentlich-rechtlichen Gewahrsam erhöhten die Aussagebereitschaft enorm, und die drei brachten nur noch schwache Ausflüchte. Der Beamte spannte einen Bogen in die amtliche mechanische Schreibmaschine und brauchte nur noch mitzutippen.

Es war simpel: Einer hatte bei Bauarbeiten in der Maximilianstraße einen schlecht gesicherten Stall mit Kleintieren bemerkt, die ihm schmackhafte Aussichten boten. Und schön war die Umschreibung des Diebstahls: Gerade eben um Mitternacht hätten sie, na ja, einen Sack mit den Tieren darin gefunden. Erst Anfang März 1921 war der Prozess beim Landgericht Münster. Die Richter hatten schon einen langen Gerichtstag hinter sich. Kurz vor Mitternacht stand noch der "Ziegenprozess" auf dem Programmpunkt, aber gleich zu Beginn widerriefen die Angeklagten ihre Geständnisse bei der Polizei. Daher mussten die Beamten als Zeugen die "Folklore" an der Wermelingstraße noch einmal erzählen. Verzichtet wurde auf das Verhör der Ehefrau.

Hoffmann bekam auch wegen Rückfalls ein Jahr Gefängnis, seine Kumpane jeweils sieben Monate Gartenstraße. Anstatt in tiefe Besinnung über ihre Tat zu verfallen, wurden die Verurteilten rabiat. Wutschnaubend beschimpften sie das Gericht und tobten durch den Saal. Kurz vor Dienstschluss bekamen die Sicherheitsbeamten noch alle Hände voll zu tun. Mit massivem Einsatz gelang es ihnen, die Randalierer zu bändigen. Schließlich verfrachteten sie zwei von ihnen in die Zellen beim Gerichtssaal, während der "Hauptheld" Hoffmann, der sich "wie ein Wilder benahm", zur "Ruhe gebracht" werden konnte und durchs nächtliche Münster zur Gartenstraße transportiert wurde.

Quellen: - Münster: Die großen Kriminalfälle (von Christian Steinhagen) Ausgabe 2008 - S.68 - ISBN 978-3-402-12753-7

 

 

14. Der Fall - August R.

Der seltsame Tod des Bauern

Der Staatsanwalt und die ermittelnden Beamten der Landeskriminalpolizei Magdeburg sind sich an jenem 5. September 1928 einig: So etwas wie in der Kiefernschonung bei Vehlen (Kreis Jerichow II/Genthin) haben sie noch nicht gesehen. Ein 75-jähriger ist tot. Und die Umstände, unter denen er starb, sind mehr als mysteriös.

Der kleine Peter ist ein richtiger Stromer. Wenn das Wetter schön ist, wie an diesem Spätsommertag des Jahres 1928, lässt er Schule Schule sein. Dann räubert er lieber durch den Wald und die angrenzende Heide. Auch diesmal hat der Elfjährige für sich "schulfrei" entschieden. "Mutter wird sich freuen, wenn ich zum Abendessen ein paar Pilze mitbringe", denkt Peter und beruhigt damit sein schlechtes Gewissen, als er auf dem kleinen Pfad, den nur die Einheimischen kennen, durch die Anpflanzung streift. Doch aus dem Pilze suchen wird nichts. Stattdessen macht er einen grausigen Fund. Aus einem Sandloch ragen zwei Stiefel hervor. Obwohl sich ihm vor Schreck die Haare sträuben, gehr er noch einige Schritte näher und erkennt zwischen der Erde einen Körper, der bis zur Hälfte zugeschüttet ist. Es ist 11 Uhr.

Peter läuft nach Vehlen und erzählt dort seiner Mutter atemlos von dem Gesehenen. Die Frau alarmiert den Landjäger. Der Dorfpolizist beauftragt ein paar Gemeindearbeiter, die Fundstelle abzusperren, dann greift er zum Hörer.

Kurz nach 13 Uhr klingelt im Dienstzimmer der Landeskriminalstelle Magdeburg das Telefon. Der Landjäger erstattet dem diensthabenden Beamten Bericht. "In einer Schonung bei Vehlen wurde vor zwei Stunden die Leiche des Landwirts August R. gefunden. Sie liegt einhalb bis dreiviertel Meter tief verscharrt auf dem Bauch. Der Oberkörper ist mir Erde bedeckt. Ob es sich um Mord oder Selbstmord handelt, konnte nicht festgestellt werden."

Minuten später erhält derselbe Bereitschafts-Kriminalist eine fast gleichlautende Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Gleichzeitig wird darin angewiesen, dass eine Kommission der Landeskriminalpolizei zum 75 Kilometer entfernten Tatort aufbrechen soll. Und auch der zuständige Richter aus Genthin ist inzwischen auf dem Weg in die Schonung. Zuerst tragen die Ermittler alle Fakten über das Opfer zusammen. Altbauer R. gilt im 288-Seelen-Dorf als verschlossen und menschenscheu. Seine Familie hatte sich mit den "Marotten" des 72-jährigen abgefunden, der manche Tage bis spät am Abend auf einem Stück Heideland verbrachte, das ihm gehörte. Deshalb wunderte es auch Sohn und Schwiegertochter nicht, dass der Landwirt am 3. September nicht nach Hause kam. Am Vormittag, so Zeugen, hatte der alte Mann sein "Grundstück auf der Rückseite verlassen". Er habe eine Spaten sowie seinen Stock bei sich gehabt.

Erst am nächsten Tag, als August R. immer noch nicht zurück ist, erstattet die Familie beim Landjäger Vermisstenanzeige. Der lässt die Gegend absuche. Doch Schulschwänzer Peter findet den Bauern, bevor der Suchtrupp Erfolg hat. Die Untersuchung des Tatorts ergibt folgendes Bild: Innerhalb einer kleinen Fläche. Die von Kiefern umringt ist, befindet sich ein ein Meter langes, einen halben Meter breites und etwa 50 Zentimeter tiefes Loch. An den Seiten ist Sand aufgeschichtet. Auf der rechten Sandböschung steckt der Knüppel, der von R. als Krückstock benutzt wurde. Der Tote liegt auf der linken Seite, die Beine wie beim Laufen gekrümmt. Über Oberkörper und Kopf befindet sich Waldboden, der mit Wurzeln durchsetzt isst. Von der Leiche so gut wie verdeckt, liegt der Spaten, von dem nur der Griff zu sehen ist.

Die Magdeburger Kriminalisten fotografieren Fundort und Umgebung. Dann beginnen sie vorsichtig damit, den Körper freizulegen. Dabei stellen sie fest, dass der Leichnam in einer ein Meter langen, gangartigen Höhlung liegt. Sand rieselt nach, als die Ermittler vorsichtig weiterarbeiten. Die "Leichen-Sache R." wird immer mysteriöser. Der hinzugezogene Gerichtsmediziner notiert: "Nase der Leiche völlig platt gedrückt. Augen geschlossen. Reichlich Sand im Mund, Ohren und Nase. Keine Anzeichen äußerer Gewalt. Keine Kampfspuren. Für Erstickungstod charakteristische blaurote Verfärbung von Brust und Gesicht."

Mord, Selbstmord oder Unfall? Diese Frage muss beantwortet werden.

Gegen eine gewaltsame Tötung spricht vieles. In seinem ersten Bericht schreibt der Staatsanwalt: "Es fehlt in der Umgebung an Zeichen eines Kampfes, einer blutigen Verletzung und des Transports eines so schwierig zu handhabenden Gegenstandes, wie ihn eine Leiche darstellt. Es sind nirgends Schleifspuren oder abgebrochenen Kiefernäste zu finden."

Außer dem Fehlen aller äußeren Zeichen für Mord sprechen weitere Fakten gegen diese Hypothese. Hätte ein Täter sein Opfer wirklich verschwinden lassen wollen, hätte er es völlig eingegraben. Wäre der Mörder gestört worden, hätte er später sein Werk vollenden können. Genügend Zeit dafür hätte er gehabt. Zudem liegt der Körper in einer eindeutig von vorn gegrabenen Höhlung. Wer eine Leiche verscharren will, gräbt ein Loch von oben, legt den Leichnam hinein und schüttet zu. Einen Toten von vorn in eine Aussparung unterm Waldboden zu drücken, scheint den Kriminalisten für sinnlos und zudem für kaum machbar. Außerdem hätte der Körper dann zusammengekrümmt liegen müssen. Er war jedoch ausgestreckt.

Und noch etwas spricht gegen die Mord-Theorie. Sicherlich hätte der Täter nicht den Stock seines Opfers sichtbar wie ein Zeichen auf das halbfertige "Grab" gesteckt.

Niemand im Dorf macht Andeutungen, dass jemand Interesse am Tod des Alten gehabt hat. Ein Erbfolge- oder Erbstreit scheidet aus.

Also "folgern die Kriminalisten " kommt nur einer in Frage, der das Loch gegraben hat: Altbauer R. selbst. Das bestätigt auch ein Experte. Er rekonstruiert: "R. hat zunächst ein Loch gegraben und dann dessen vorderen Teil ausgehöhlt. Dann kroch der alte Mann in die Höhlung und grub nach vorn weiter. Er war etwa ein Meter unter dem Waldboden, als die instabile, sandige ´Decke` über ihm einbrach. R. erstickte."

Ein Unglücksfall scheidet für die Ermittler aus. Es gibt keinen plausiblen Grund, warum sich August R. in das Loch zwängte. Die in die Untersuchung eingebrachte These, möglicherweise habe der 72-jährige nach einem vergrabenen Schatz gesucht oder wollte selbst etwas vergraben, ist nicht haltbar. Die Frage nach dem Motiv des Mannes lässt sich anhand der Aussage seiner Familie und der objektiven Tatortspuren nur erahnen. So hatte R. bereits öfter gesagt, dass er sich das Leben nehmen will. Als bekannt wurde, dass der Landwirt verschwunden ist, waren sich Dorfbewohner und Gemeindevorstand einig, "den findet so leicht keiner, der hat sich verkrochen".

R. hatte Jahre zuvor, als er noch als Elbschiffer arbeitete, einen schweren Unfall gehabt. Die Kopfverletzung war der Grund für seine "Wunderlichkeit", die im Alter immer mehr hervortrat.

Der Magdeburger Kriminaldirektor Kuntze schreibt am 27. November 1928 in einem Bericht über den eigenartigen Tod des Bauern R.: "So merkwürdig es erscheint, man muss zu dem Schluss kommen, dass hier ein in Ausführung vielleicht einzigartig dastehender Fall von Selbstmord vorliegt. Wenn man überhaupt in diesem Fall über `Unglücksfall` diskutieren will, kommt man wohl der Wahrheit am nächsten, wenn man von einem `gewollten Unglückfall` spricht."

August R. war lebensüberdrüssig, geistig nicht ganz normal. Er wollte sich selbst begraben, wurde aber daran gehindert, weil die Sandgrube über ihm zusammenstürzte.

Quellen: - Der Ripper von Magdeburg - Spektakuläre Kriminalfälle (von Bernd Kaufholz) 1. Auflage 2001 - S.30 - ISBN 3-89812-115-1

 

 

15. Der Fall - Heinrich Riegerbauer

Im Laufe des Jahres 1928 erlegten Wilderer im stiftischen Revier im Triebental etwa 15 bis 20 Stück Hoch-, Reh- und Gamswild. Am Fleisch selbst dürften die Wilddiebe nicht allzu interessiert gewesen sein, denn sie ließen das Wildbrett liegen, Verwendung fanden nur Haupt und Decke.

Die Gendarmen des Postens St. Johann a. Tauern, die für das Triebental zuständig waren, gingen vermehrt auf Streife, um nach den Wilderern Ausschau zu halten. Auch am 14. November des Jahres waren zwei Uniformierte in den Wäldern unterwegs. Der Postenkommandant, Revierinspektor Heinrich Riegerbauer, und sein Kollege, der Gendarm Anton Moser, befanden sich gerade auf Patrouille im Rayon 4.

Es war gegen 15 Uhr, ein eisig kalter Tag, und es begann schon leicht zu dämmern. Ihr Weg führte sie über Hohentauern bis nach Trieben. Am nächsten Tag sollten die beiden Männer Erhebungen im Triebental anstellen. Ihr Auftrag lautete, nach unbekannten Tabakdieben und Wilderern zu suchen. Auf ihrem Rundgang trafen sie auf einen Förster, der gerade Holzvermessungen vornahm. Er berichtete aufgeregt von einigen Wilderern, die im hinteren Triebental ihr Unwesen trieben. Jagdpächter des Triebentals zur damaligen Zeit war Erbprinz Karl Egon von Fürstenberg. Die beiden Männer brachen sofort ihre Patrouille ab und suchten den Jagdleiter des Fürstenberg´schen Reviers, Johann Riemelmoser, auf. Die Gendarmen und der Jagdleiter kamen überein, die Almhütten und Heustadel der Gegend nach den Wilderern abzusuchen. Schließlich brauchten auch Wilddiebe ein Nachtquartier, und die Chance , sie im Schlaf zu überraschen, war relativ groß. So zog eine Gruppe von sieben Männern los, um den Verbrechern den Garaus zu machen. Revierinspektor Riegerbauer, Jagdleiter Johann Riemelmoser, sein Neffe Josef Riemelmoser, die Jäger Johann Knefz, Franz Rieger, Schaumberger und der Gendarm Anton Moser machten sich gegen 22 Uhr auf den Weg. Wenn auch nicht ängstlich, so doch mit angespannten Nerven und sehr vorsichtig pirschten sich die Männer im Schutze der Dunkelheit an die ersten Hütten, die sie nach etwa einer halben Stunde erreicht hatten, heran. Sie untersuchten die Häuser, aber ohne Ergebnis. Um ca. 23 Uhr kamen die Jäger und Gendarmen an einen Heustadel bei der Griesmaierhube. Riegerbauer und Moser betraten den Stadel durch eine Nebentür. Mit ihren Lampen leuchteten sie den Raum aus. Im Schein des Lichtes erkannten sie zwei Männer, die vermeintlichen Wilderer.

Der Revierinspektor sprang zum Stadeltor, stieß es auf, um die draußen wartenden Jäger einzulassen. Er leuchtete die Wilderer an und rief: ?Hände hoch! Ergebt Euch, Ihr Halunken!? Plötzlich, ein Schuss. Riegerbauer wurde in den Kopf getroffen, fiel gegen das Stadeltor und dann zu Boden. Gleich darauf, noch ehe die Jäger reagieren konnten, ein zweiter Schuss, der den Gendarmen Moser am rechten Oberschenkel verletzte. Durch das Mündungsfeuer konnte Moser erkennen, woher geschossen wurde. Er riss sein Gewehr hoch und gab dreizehn Schüsse auf die Wilderer ab. Auch die Jäger, die sich endlich aus ihrer Erstarrung lösten, feuerten auf die Wilderer. Ein lauter Schrei aus Richtung der Wilddiebe veranlasste die Jäger dazu, eine kurze Feuerpause einzugehen. Moser forderte sie nochmals auf, aus dem Dunkel nach vorne zu kommen und sich zu ergeben. Keine Reaktion.

Es wurde weiter geschossen, und wieder schrie einer der Wilderer getroffen auf. Die Beamten stellten das Feuer ein, aber die Wilderer wollten immer noch nicht aufgeben. Die Uniformierten näherten sich den Wilderern mit gefälltem Bajonett und erklärten sie für verhaftet. Die beiden Wildschützen wurden aus ihrem dunklen Versteck geholt, in Ketten gelegt und durchsucht. Sie benutzten Munition mit kreuzweise angefeilter Geschoßspitze. Die Wirkung solcher Kugeln war besonders schlimm, da sie beim Aufprall auf das Wild komplett auseinander gingen und für eine riesige Wunde sorgten. Das hatte den ?Vorteil?, dass die Tiere sofort zur Strecke gebracht wurden. In den Rucksäcken der beiden Wildschützen fand man je eine Gamsdecke und eine Krucke. Anton Mosers Wunde wurde beim nächsten Bauern versorgt.

In der Zwischenzeit - es war mittlerweile vier Uhr morgens - kamen ein Rettungsauto aus Rottenmann und drei Mann vom Posten Trieben zu Hilfe. Einer der Wilderer, Franz Huber aus Pruggern, erlitt zwei Oberschenkeldurchschüsse am reichten Bein. Er starb auf dem Transport nach Leoben. Revierinspektor Heinrich Riegerbauer war auf Grund des Kopfschusses auf der Stelle tot.

Wie sich beim nachfolgenden Prozess herausstellte, soll Huber die Schüsse auf die Gendarmen abgegeben haben. Der zweite Wilderer aus Ramsau, ein 25-jähriger Bursche aus gut situiertem Haus, war unverletzt geblieben. Er wurde zu 4 Monaten schwerem Kerker verurteilt. Die Leiche von Revierinspektor Riegerbauer wurde in seinem Heimatort St. Johann bei Herberstein in der Oststeirmark überführt und auch dort beigesetzt. Bei der Errichtung einer Gedenkstätte im November 1929, an der Stelle, an der Riegerbauer sein Leben lassen musste, waren auch seine Lebensgefährtin, Adele Landl, und sein 3-jähriger Sohn Kurt anwesend. Heute noch erinnert das Denkmal an das mutige Vorgehen des 40-jährigen Revierinspektors gegen die beiden Wilderer vom Triebental.

Auch die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg war von großer Not geprägt. Es war nicht die Lust am Verbotenen, sondern schlichtweg der Hunger, der die Menschen dazu trieb, etwas Illegales zu tun.

Quellen
- Die Wilderer (von Andreas und Regina Zeppelzauer) Ausgabe 2004 Graz - S.87 - ISBN 3-85365-206-9