Polizistenmord in Heilbronn - Kripo sucht fieberhaft nach den Tätern
Ein Verbrechen am helllichten Tag, das ganz Deutschland schockiert hat: Am 25. April 2007, einem Mittwoch, werden mitten in Heilbronn zwei junge Polizisten niedergeschossen. Eine 22-jährige Polizeimeisterin stirbt. Ihr Kollege, der mit ihr auf Streife war, wird durch einen Kopfschuss lebensgefährlich verletzt. Bis heute ist er nicht ansprechbar. Von den Tätern fehlt jede Spur.
Nach aktuellem Ermittlungsstand geht die Kripo davon aus, dass es mindestens zwei Täter gewesen sein müssen, die völlig unvermittelt und aus kurzer Entfernung das Feuer auf die beiden Polizisten eröffnet haben. Der genaue Ablauf des Tatgeschehens liegt jedoch ebenfalls im Dunklen.
Ermittlungsfragen:
Gesucht werden Zeugen, denen am Ort des Verbrechens etwas aufgefallen ist: Möglicherweise Fahrzeuge, oder auch Personen, die blutverschmiert waren. Tatort ist der nördliche Parkplatz der Theresienwiese in Heilbronn. Tatzeit: Mittwoch, der 25. April 2007, gegen 14 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt liefen auf der Theresienwiese Vorbereitungen und Aufbauarbeiten für das Heilbronner Frühlingsfest. Ganz in der Nähe des Tatorts verläuft der so genannte Neckar-Radweg.
Ein wichtiger Ansatzpunkt für die Ermittler sind auch die Waffen sowie Teile der Ausrüstung, die die Mörder den beiden Polizisten geraubt haben: Zwei Pistolen der Marke Heckler & Koch, Modell P2000, und eine Handschelle der Marke Clejuso. Die Polizei fragt: Wo sind diese Gegenstände nach dem 25. April 2007 aufgetaucht?
UPDATE: Am Streifenwagen der Opfer konnte die Polizei die DNA einer unbekannten Frau sichern. Ein Abgleich mit der Datenbank der Polizei hat ergeben, dass diese DNA bereits registriert war. Sie wurde an den Tatorten von zwei weiteren Morden und bei zahlreihen Einbrüchen in Deutschland und Österreich gefunden. Damit haben die Ermittler jetzt eine heiße Spur in dem Polizistenmord von Heilbronn.
Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 100.000 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Heilbronn (07131) 10 45 00 0
Fahndung (Seite 05/02)
Der Tote im Teppich - Wer sind die Mörder von Ralfs Krumins?
März 2003: An einem Baggersee in Köln entdecken Jugendliche einen Teppich, in den eine männliche Leiche eingewickelt ist. Erst nach vier Jahren kann der Tote dank einer aufwendigen Gesichtsrekonstruktion identifiziert werden. Jetzt will die Kripo die Mörder des 44-Jährigen finden.
Luftbild des Leichenfundorts
Ein Baggersee in Köln-Gremberghoven. Mehrere Jugendliche machen am Ufer einen grausigen Fund. In einem zusammengerollten Teppich entdecken sie die Leiche eines Mannes. Der Unbekannte wurde mit einer Vielzahl von Messerstichen getötet und muss mindestens drei Monate am Baggersee gelegen haben. Aufgrund der langen Liegezeit kann der Tote zunächst nicht identifiziert werden. Erst mit Hilfe einer Gesichtsrekonstruktion gelingt es Anfang 2007 einen Zeugen zu finden, der angibt, den Toten zu kennen. Doch auch er kann der Polizei nicht den wahren Namen des Opfers nennen - er weiß nur, dass der Unbekannte aus Riga (Lettland) stammt und sich "Roman" nannte. Die Beamten können daraufhin ermitteln, dass der Tote Ralfs Krumins heißt und auch für die Polizei kein Unbekannter ist. Krumins hielt sich jahrlang illegal in Deutschland auf und sicherte sich seinen Lebensunterhalt mit Gaunereien und als professioneller Spieler. Ende 2002 wurde der 44-Jährige von einem oder mehreren Unbekannten getötet.
Ralfs Krumins
Personenbeschreibung: Ralfs Krumins stammte aus Riga (Lettland), war ca. 1,80 m groß und dunkelblond. Krumins nannte sich auch "Roman". Er hielt sich seit etwa sieben Jahren in Deutschland, vorrangig in Spielerkreisen, auf. Er sprach Deutsch mit Akzent. Zum Zeitpunkt seines Todes, vermutlich Ende 2002, war Krumins 44 Jahre alt.
Beschreibung des Teppichs: Die Polizei ist überzeugt: Der Teppich, in den der Tote eingewickelt war, stammt direkt vom Tatort. Der Teppich ist knapp 12 Quadratmeter groß (4,30 x 2,80 m), Massenware, terracottafarben, sehr unsauber geschnitten. Es gibt drei Besonderheiten:
1. Zwei Ecken des Teppichs sind abgerundet.
2. Es gibt zwei Aussparungen am oberen Rand (evtl. für Heizungsrohre).
3. Mitten im Teppich befindet sich ein ca. 20 cm langer Schnitt.
Ralfs Krumins
Ermittlungsfragen: Wer kannte Ralfs Krumins und weiß, mit wem er zu tun hatte?
Wer weiß, wo er vor seinem Tod gewohnt hat? Möglicherweise hatte er illegal eine Wohnung in Köln-Porz.
Wer weiß, woher der Teppich stammt, in den die Leiche von Ralfs Krumins eingewickelt war?
Zuständig: Kripo Köln, Tel.: (0221) 22 90
Fahndung (Seite 05/03)
Unglaublicher Mord in Köln - Bruder findet Leichnam seiner Schwester im Kühlhaus
Gerade einmal 24 Jahre alt - aber schon erfolgreiche Geschäftsfrau. Zusammen mit ihrem Bruder leitet Anke Schäfer eine gut gehende Salatbar in der Nähe der Kölner Fußgängerzone. An einem Sonntagabend beschließt die junge Frau, die Abrechnung für das Wochenende zu machen. Irgendwann in dieser Nacht betritt ihr Mörder das Geschäft ...
Am Sonntag, 22. Juli 2007 kehrt Anke Schäfer von einem Besuch bei ihren Eltern in Lingen zurück. Gegen 22.15 Uhr kommt sie am Kölner Hauptbahnhof an und dürfte mit der U-Bahn zur Salatbar gefahren sein. Dort machte sie allein die Abrechnung fürs Wochenende. Die Tür der Salatbar ließ sie offenbar unverschlossen. Gegen 23.15 Uhr muss der Täter die Salatbar betreten haben. Er sticht mehrfach mit einem Messer auf die junge Frau ein und sperrt sie schließlich in den Kühlraum. Erst am nächsten Morgen um 8 Uhr wird sie von ihrem Bruder gefunden.
Die Kripo hält neben Raubmord auch eine Beziehungstat für denkbar. Denn der Täter ließ die Tageseinnahmen zurück.
Tatort: Die Salatbar liegt mitten in der Kölner Innenstadt, nahe der Fußgängerzone, der "Breiten Straße". Anke Schäfer dürfte gegen 22.50 Uhr von der U-Bahn-Station "Neumarkt" gekommen sein. Möglicherweise wurde sie da schon verfolgt oder war sogar in Begleitung.
Täterbeschreibung: Die Polizei geht von einem Täter aus, der Raucher ist und die Marke L & M raucht. Eventuell hatte er nach der Tat am 22. Juli 2007 Blut an seiner Kleidung. Der Täter muss nicht aus Köln stammen.
Zeuge gesucht!
Seit Donnerstag Nachmittag (13. Dezember) verfügt die Polizei über ein Phantombild von einem Zeugen, der nun dringend gesucht wird. Es handelt sich um einen Mann, der sich kurz vor der Tat in unmittelbarer Nähe des Tatorts mit einem weiteren Zeugen unterhalten hat und Fragen zur Salatbar "Supa Salad" gestellt hat. Der Gesuchte ist 1,75 m groß, schlank, hat krauses, dunkles, längeres Haar, ist ca. 35 - 45 Jahre alt und spricht akzentfrei deutsch. Wer kennt die abgebildete Person?
Entwendete Gegenstände: Tatwaffe (vermutlich Fleischmesser), Länge der Klinge: 16-20 Zentimeter
Reise-Tasche aus dunkelbraunem Leder im Used-Look, Aufschrift "Dunlop" in Gelb-Orange
Gelbe Kellnerbörse mit Ausweis und Bankkarten, ausgestellt auf den Namen Anke Schäfer.
Schlüsselbund mit Anhänger in Form von zwei weißen Flip-Flops
Schwarze Lederhandtasche
Ermittlungsfrage:
Wer kannte Anke Schäfer - vielleicht auch nur vom Sehen - und hat noch nicht mit der Polizei gesprochen?
Belohnung: Für Hinweise, die zur Ermittlung und zur Festnahme des Mörders von Anke Schäfer führen, ist eine Belohnung von 20.000 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Köln, Telefon (0221) 22 90
Fahndung (Seite 05/04)
Schockierender Fund an der Autobahn - Was geschah mit der 8-jährigen Jenisa?
Jenisa hat keine Lust auf Schule. Deshalb schwänzt sie den Unterricht. Sie hat andere Pläne. Sie will ihre Tante besuchen - doch sie ist nicht zu Hause. Was danach passierte, ist bis heute ein Rätsel. Doch vieles spricht dafür, dass der 8-Jährigen etwas Schlimmes passiert ist ...
Am Mittag des 7. September 2007 macht sich Jenisa Muja auf den Weg zu ihrer Tante, die im so genannten Ihme-Zentrum in Hannover wohnt. Eine Nachbarin öffnet der 8-Jährigen die Haustür und fährt mit ihr im Fahrstuhl. Es ist das letzte Lebenszeichen von Jenisa.
Drei Tage später meldet sich ein Zeuge bei der Polizei. Er hat bei der Autobahnauffahrt bei Wunstorf-Luthe - etwa 15 Kilometer vom Ihme-Zentrum entfernt - mehrere Kleidungsstücke gefunden. Wie sich herausstellt, haben die roten Schuhe, der Hut, die Jeansjacke, das T-Shirt und die Hose Jenisa gehört. Seitdem geht die Kripo Hannover davon aus, dass das Kind Opfer eines Verbrechens geworden ist.
Jenisa Muja
Personenbeschreibung: Jenisa Muja war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 8 Jahre alt, etwa 1,40 m groß, leicht mollig. Sie hatte auffallend lange, dunkle Haare, die ihr bis zum Gesäß reichten. Sie trug Jeans und eine Jeansjacke - beides mit pinkfarbenen Applikationen - sowie einen schwarzen Ballonhut und rote Ballerinaschuhe mit weißen Punkten.
gefundene Jeansjacke
Ermittlungsfrage: Zuletzt wurde sie am 7. September 2007, kurz vor 12.30 Uhr, in der Ihme-Passage von einer Anwohnerin gesehen. Vielleicht hielt sich Jenisa anschließend noch auf dem Schützenfest am Ihme-Zentrum auf. Wer hat Jenisa nach ihrem Verschwinden am 7. September 2007 noch gesehen?
gefundener Schuh
Jenisas Kleidung wurde in der Nähe von Wunstorf-Luthe,
gefundener Ballonhut
an der Auffahrt der B 441 auf die A 2, Richtung Hannover, gefunden. Laut Ermittlungen der Polizei wurden die Stücke dort am Tattag, zwischen 14.45 Uhr und 16 Uhr, abgelegt. Zu diesem Zeitpunkt war auf der Autobahn ein großer Stau. Wer hat hier auffällige Beobachtungen gemacht, die mit dem Verschwinden von Jenisa zusammenhängen könnten?
Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zum Auffinden von Jenisa führen, ist eine Belohnung von 3.000 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Hannover, Tel.: (0511) 10 90
Fahndung (Seite 05/05)
Spektakulärer Kunstraub in der Schweiz - 31.000 Euro Belohnung ausgesetzt!
Der Fall machte nicht nur in der Schweiz Furore. Am 10. Februar 2008 stürmen drei Männer eine Galerie in Zürich und rauben gezielt vier wertvolle Gemälde. Acht Tage nach der Tat tauchen zwei der Bilder überraschend wieder auf, zum Glück unbeschädigt. Doch wo ist der Rest der Beute?
Am 10. Februar 2008 verüben drei maskierte Täter einen der Aufsehen erregendsten Raubüberfälle der Schweiz. Gegen 16.30 Uhr dringen drei maskierte Räuber in die Ausstellungsräume der Sammlung E.G. Bührle in Zürich ein. Während ein Täter die Besucher und Angestellten mit einer Waffe bedroht, reißen die anderen gezielt vier Gemälde im Wert von 113 Millionen Euro von der Wand.
Am 18. Februar 2008 werden zwei der Gemälde in einem Auto auf dem Parkplatz einer Züricher Klinik wieder gefunden. Zum Glück unbeschädigt. Auch verschiedene persönliche Gegenstände haben die Täter in dem Auto zurückgelassen. Die beiden restlichen Bilder bleiben jedoch bis heute verschwunden.
"Ludovic Lepic und seine Töchter"
Beschreibung der geraubten Gemälde: Gemälde von Edgar Degas mit dem Titel "Ludovic Lepic und seine Töchter", gemalt 1871, Wert: 10 Millionen Schweizer Franken.
"Der Knabe mit der roten Weste"
Gemälde von Paul Cézanne, entstanden um 1888. Der Titel: "Der Knabe mit der roten Weste", Wert: 100 Millionen Schweizer Franken.
Zurückgelassene Gegenstände: Weißes Kapuzensweatshirt mit der Aufschrift GAP Atheltic. Auffällig: auf dem Etikett steht handschriftlich mit rotem Kugelschreiber das Wort "Scherman" Wahrscheinlich hat jemand seinen Namen in das Kleidungsstück geschrieben.
Zwei aus Strickmützen selbst gefertigte Sturmhauben. Eine schwarz mit weißen Streifen, Made in China. Die andere ist schwarz mit blauen Streifen, von der Marke "Northbrook".
Blauer Fleece-Handschuh, Größe S/M, ebenfalls aus China mit schwarzem Wildledereinsatz am Daumen und Handballen.
Ermittlungsfragen:
Wer kann Hinweise geben, wo die beiden restlichen geraubten Bilder heute sind?
Wer kann etwas zu den zurückgelassenen Gegenständen der Täter sagen?
Belohnung: Für Hinweise, die zur Wiederbeschaffung der Gemälde führen, ist eine Belohnung von 50.000 Schweizer Franken, umgerechnet etwa 31.000 Euro, ausgesetzt.
Geld her, machen Sie keinen Alarm! - Bankräuberin schlägt in Uplengen zu
Bankraub wird meistens von Männern verübt. Nur 5 Prozent aller Bankräuber sind weiblich. Insofern ist eine Täterin, die bisher vermutlich zwei Mal zugeschlagen hat, durchaus nicht alltäglich ...
Am 16. Januar 2008 stürmt eine etwa 50-jährige Frau eine Bank in Uplengen-Südgeorgsfehn, nordwestlich von Oldenburg. Sie bedroht die Angestellte mit ihrer Waffe und fordert große Mengen Bargeld. Nach der Tat flüchtet die Frau in einem dunklen Auto mit dem Kennzeichen WST (Kreis Ammerland in Niedersachsen).
Die Polizei vermutet, dass es nicht der erste Bankraub der Unbekannten war. Fast genau ein Jahr zuvor, am 12. Januar 2007, soll die Frau schon einmal zugeschlagen haben - nur etwa zehn Kilometer entfernt.
Personenbeschreibung: Die Räuberin war zwischen 50 und 55 Jahre, etwa 1,60 - 1,65 m groß, kurze, mittelblonde, glatte Haare, schmale Lippen, ovales Gesicht, auffällig blasse/fahle Gesichtsfarbe. Sie trug eine dunkelblaue Jacke, einen blauen, längeren Vliesschal und eine helle Hose.
Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 2.500 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Leer, Tel.: (0491) 80 20
Fahndung (Seite 05/07)
Immer wieder dieselbe Masche - Serienbankräuber schreibt Forderung auf Zettel
Seelenruhig schiebt ein Mann der Kassiererin ein kleines Stück Papier hin. Darauf steht: "Überfall! Geben Sie mir alles Geld ..." Dann zeigt der Unbekannte der überraschten Angestellten seine Waffe. Obwohl sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Personen in der Bankfiliale aufhalten, hilft niemand der verzweifelten Frau. Denn der Räuber verhält sich so unauffällig, dass selbst Umstehende von dem Überfall nichts mitbekommen ...
Die Kripo Gießen sucht einen Mann, der serienweise Banken überfallen haben soll. Der erste Überfall fand am 15. Mai 2007 in Brandenburg an der Havel statt. Seitdem soll der Täter außerdem noch in Magdeburg, Geißen, Apolda, Chemnitz und Arnstadt zugeschlagen haben. Bei jedem seiner Überfälle verhielt sich der Unbekannte extrem ruhig und stellte seine Forderungen mit Hilfe eines Computer geschriebenen Zettels, den er meist am Tatort zurückließ.
Personenbeschreibung: Bei vielen Überfällen wurde der Mann von den Überwachungskameras der Banken fotografiert. Er ist ca. 30 - 35 Jahre alt, ca. 1,75 m groß, sportliche Figur, kurze, dunkle Haare, sonnengebräunt. Er spricht reines Hochdeutsch, könnte vielleicht aus der Gegend um Hannover kommen.
Er trug während der ersten Überfälle immer die gleiche, dunkelblaue Kappe mit BMW-Emblem und der hellen Aufschrift "BMW Sauber F1 Team".
Zurückgelassene Gegenstände: Bei den verwendeten Zetteln handelt es sich um normale Computerausdrucke mit identischen Schriftbildern. Rechtschreibung und Zeichensetzung lassen vermuten, dass der Täter nicht ungebildet ist. Auffällig: Der Mann erweitert die Zettel von Tat zu Tat. Vermutlich, um Fragen vorzubeugen und möglichst wenig sprechen zu müssen.
Zuständig: Kripo Gießen, Tel.: (0641) 70 06 55 55
Fahndung (Seite 05/08)
Nur Kater Knut war Zeuge - Brutaler Einbrecher schlägt 57-Jährigen halb tot
Eigentlich wollte er nur die Firmenkatze füttern - aber dann wurde er unvermittelt zum Opfer. Ein 57-jähriger Mitarbeiter einer Agrarhandelsfirma erwischt einen Einbrecher auf frischer Tat. Der Täter gerät in Panik und schlägt brutal auf ihn ein. Das Opfer wird bei dieser Attacke schwer verletzt und überlebt nur mit viel Glück.
Ein Arbeiter einer Agrarhandelsfirma in Bitterfeld hat von seinem Chef eine besondere Aufgabe bekommen. Der 57-Jährige soll am Wochenende in der Firma nach dem Rechten sehen und Kater Knut - die Betriebskatze - füttern. So auch am Sonntag, den 20. Mai 2007.
Doch als der Arbeiter die Büroräume des Unternehmens betritt, überrascht er einen Einbrecher. Der Täter schlägt mit einer schweren Vase mehrmals brutal auf sein wehrloses Opfer ein. Erst als die Vase zerbricht, lässt der Täter von ihm ab und flüchtet mit dem Auto seines Opfers. Der Arbeiter bleibt schwer verletzt liegen. Mit letzter Kraft kann er einen Notarzt rufen.
Täterbeschreibung: Der Gesuchte ist 20 bis 30 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 m groß, kräftige Gestalt, kurze, blonde Haare, Igelschnitt, schwarze Hose, schwarzes T-Shirt, schwarze Jacke, helle Turnschuhe.
Zurückgelassene Gegenstände:
Der Täter ließ am Tatort sein Fahrrad zurück: ein Mountainbike mit blauem Rahmen und dem Schriftzug "Ben Tucker", der teilweise mit schwarzem Klebeband umwickelt ist. Vorne und hinten hat das Fahrrad eine unterschiedliche Bereifung, der Vorderreifen ist stark abgefahren. Auffällig sind vor allem das nachgerüstete Rücklicht und der Dynamo am Hinterrad.
Fluchtfahrzeug: Der Täter flüchtete zunächst mit dem Auto des Opfers, einem roten Renault Clio, Erstzulassung 1999, mit Kennzeichen BTF (Bitterfeld). Das Auto wurde zwei Tage nach der Tat, am 22. Mai 2007, in einem kleinen Waldstück gefunden, nur fünf Kilometer vom Tatort entfernt (Nähe Autohaus Brüggemann).
Lage des Tatorts: Die Tat geschah auf dem Areal der Wittenberger Agrarhandel GmbH, in der Zeppelinstraße 3 im Bitterfelder Industriegebiet.
Ermittlungsfragen: Wer hat am Vormittag des 20. Mai 2007 einen Mann in der Nähe des Tatorts in Bitterfeld gesehen, auf den die Beschreibung des Täters passen könnte? Wer kennt den Besitzer des zurückgelassenen Fahrrades bzw. kann Hinweise auf die Herkunft des Rades geben? Wem ist das Fluchtfahrzeug in der Zeit von Sonntag, 20. Mai 2007 bis Dienstag, 22. Mai 2007 in Bitterfeld aufgefallen? Wer kann sonstige Hinweise geben, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten?
Zuständig: Kripo Dessau, Telefon 0800 - 60 00 67 0
Fahndung (Seite 05/09)
Blitzeinbruch in Einkaufszentrum - Täter schlagen mit Vorschlaghammer zu
Mitten in der Nacht dröhnen Hammerschläge durch ein Einkaufszentrum. Unbekannte Täter haben es auf ein Juweliergeschäft in der Mitte des Gebäudes abgesehen. In Minutenschnelle stehlen sie Schmuck im Wert von rund 60.000 Euro.
Mehr als 40.000 Kunden strömen täglich durch das Einkaufszentrum in Mülheim an der Ruhr. Nachts aber ist der riesige Komplex wie ausgestorben. Nur ein Angestellter eines Sicherheitsunternehmens versieht im Wachraum seine Nachtschicht. So auch in der Nacht auf Mittwoch, den 22. November 2006.
In dieser Nacht verschaffen sich unbekannte Täter unbemerkt Zutritt zum Gebäude. Am Parkdeck schlagen sie mit einem riesigen Vorschlaghammer das Glas einer Sicherheitstür ein. Dann gelangen sie vom Treppenhaus in die Einkaufspassage. Offenbar haben sich die Täter bestens informiert. Sie scheinen zu wissen, dass nicht alle Türen alarmgesichert sind. Und obwohl im Gebäude 50 Kameras verteilt sind, gelangen sie völlig unbemerkt an ihr Ziel: Ein Juweliergeschäft in der Mitte des Einkaufszentrums.
Als den Wachmann um 4.28 Uhr der Alarm erreicht, ist es bereits zu spät. Die Täter haben die Vitrinen des Juweliers eingeschlagen und sind mit Uhren und Schmuck im Wert von rund 60.000 Euro entkommen. Vermutlich sind sie vom Parkdeck direkt auf die nahe gelegene A 40 Richtung Essen oder Duisburg gefahren.
Einbruchswerkzeug: Die Täter haben am Tatort einen offenbar selbst zusammengeschweißten Vorschlag-Hammer zurückgelassen - zusammengeschweißt aus einer 1,20 m langen Eisenstange und einem sog. Spalthammer. Der Hammer ist rund sieben Kilo schwer. Außerdem wurde am Tatort ein Schlosserhammer mit blauem Griff gefunden.
Gestohlene Schmuckstücke: Eine Breitling-Herrenuhr, Chronomat "Evolution", mit blauem Ziffernblatt und blauem Armband.
Ein Damenring von Chopard, Modell "Happy Spirit", Gelbgold, mit einem Brillanten in der Mitte. Gestohlen wurden auch die dazu gehörigen Ohrclips im selben Design.
Ein Damenring von Chopard, Modell "Ice Cube", Weißgold.
Eine Herren-Uhr von Longines, Modell "Dolce Vita", aus Edelstahl mit Metallarmband.
Ermittlungsfragen: Wer weiß, wo und von wem der beim Einbruch verwendete Vorschlaghammer angefertigt wurde bzw. wer für den Einbruch in Frage kommt?
Zuständig: Kripo Essen, Telefon 0201 - 82 90
Fahndung (Seite 05/10)
17 Banküberfälle - Führt Tasche auf die Spur der Serien-Räuber?
Eine Bankraubserie, die vor fast 13 Jahren ihren Anfang nahm. Zwei Männer raubten im April 1995 eine Sparkasse in Karlsruhe aus. Schon bald folgten weitere Überfälle. Insgesamt sollen 17 Taten auf das Konto der gesuchten Bande gehen. Bisher haben die Täter über 1,5 Millionen Euro erbeutet.
Fast alle Tatorte lagen zwischen Karlsruhe und Mannheim. Da die Bande immer wieder in wechselnder Besetzung auftritt, weiß die Polizei bis heute nicht, wie viele Täter tatsächlich für die Bankraubserie verantwortlich sind. Es muss sich jedoch um eine Frau und mindestens zwei Männer handeln. Der letzte Überfall fand am 24. Oktober 2007 statt, wieder in einer Bank in Karlsruhe. Wie bei zahlreichen Überfällen zuvor entstanden auch dabei Aufnahmen der Überwachungskamera.
Übersicht der bisherigen Taten:
Karlsruhe, 13.04.1995
Phillipsburg, 27.10.1995
Hockenheim, 02.02.1996
Speyer, 09.02.1996
Wiesloch, 15.03.1996
Wiesloch, 04.07.1996
Hockenheim, 23.04.1997
Germersheim-Kandel, 12.08.1998
Frankenthal, 04.01.1999
Hockenheim, 22.10.1999
Karlsruhe, 07.12.2000
Karlsruhe, 13.06.2002
Wiesloch, 24.10.2002
Wiesloch, 28.01.2004
Wiesloch, 22.03.2005
Karlsruhe, 26.10.2006
Karlsruhe, 24.10.2007
Personenbeschreibung:
Der Überfall am 24. Oktober 2007 wurde von einem Mann und einer Frau verübt. Der männliche Täter hatte sich notdürftig mit einer Kopfbedeckung maskiert. Er ist etwa 35 bis 50 Jahre alt, ca. 1,75 m groß, dunkle, kurze Haare. Er hat eine kräftige Figur. Bei den meisten Überfällen trug er eine Perücke. Eventuell trägt er ohne Perücke eine ähnliche Frisur wie auf der Fotomontage rechts.
Seine Komplizin dürfte etwa 30 bis 40 Jahre alt sein. Sie ist etwa 1,62 m groß und schlank. Bei einem Überfall im Jahr 2005 hatte die Frau lange blonde Haare. Am 24. Oktober 2007 hatte sie eine auffällige Tasche dabei.
Die Tasche ist von der Marke Reisenthel, Modell "Shopper", mit grau-weißem Design, Größe L, das Muster heißt "Grafic". Ermittlungen der Polizei ergaben: Diese Tasche wurde erst seit Mitte September 2007 bundesweit vertrieben. Zur Tatzeit waren gerade einmal 500 Stück verkauft.
Ermittlungsfragen:
Wer erkennt die Personen auf den Fotos? Wer kennt eine Frau, die der Räuberin ähnlich sieht und zumindest im Oktober 2007 eine Tasche wie auf dem Foto besessen hat?
Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung der Bankraubserie und zur Festnahme der Gesuchten führen, sind Belohnungen von insgesamt 25.000 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Karlsruhe, Telefon 0721 - 93 93
Fahndung (Seite 05/11)
Jagd auf das Phantom - Polizistenmord in Heilbronn: Wer ist die geheimnisvolle Frau?
Am 25. April 2007 wird in Heilbronn eine junge Polizistin aus nächster Nähe erschossen. Am Tatort findet die Polizei Spuren einer Frau, die an über 30 Verbrechen beteiligt gewesen sein soll - darunter sechs Morde. Wer ist die mysteriöse Unbekannte?
Ein Verbrechen, das Deutschland schockiert hat: Am 25. April 2007 sind die Polizistin Michèle Kiesewetter (22) und ein Kollege zusammen auf Streife. Gegen 14 Uhr werden beide an ihrem Streifenwagen auf der Heilbronner Festwiese gefunden. Sie wurden aus nächster Nähe mit Kopfschüssen niedergestreckt. Michèle Kiesewetter stirbt, ihr Kollege überlebt schwer verletzt und kann sich später an nichts erinnern. Für die Tat gibt es bisher keine Zeugen.
Am Wagen der Beamten entdeckt die Polizei DNS-Spuren einer unbekannten Frau. Besonders erschreckend: Spuren der Frau finden sich auch an über 30 weiteren Tatorten, unter anderem in Frankreich und Österreich. Die Delikte, mit denen die Frau in Verbindung gebracht wird, reichen von Diebstahl über Einbruch bis hin zu Raubüberfall und sogar sechs Morden. Dabei muss sie jeweils in Begleitung gewesen sein. Doch obwohl in einigen dieser Fälle tatverdächtige Männer festgenommen werden konnten, kann sich keiner von ihnen daran erinnern, dass eine Frau dabei gewesen sein soll. Auch ist in keinem der Fälle sicher, ob die Frau tatsächlich aktiv an den Taten beteiligt war.
Personenbeschreibung: Weder über das Aussehen noch über das Alter der unbekannten Frau ist etwas bekannt. Die Polizei vermutet, dass sie dem Obdachlosenmilieu angehören könnte, möglicherweise ist sie drogenabhängig. Möglicherweise ist sie aufgrund ihres Äußeren nicht als Frau erkennbar.
Auch nach einem Einbruch in Saabrücken im Jahr 2006 konnten Spuren der Unbekannten gesichert werden. Des weiteren soll ein Mann an dem Einbruch beteiligt gewesen sein, von dem ein Phantombild angefertigt werden konnte. Der mutmaßliche Komplize soll kurze dunkle Haare gehabt haben, mit geradem Pony. Dunkelbraune Augen und auffälliges Kinnbärtchen.
Gestohlene Gegenstände: Im April 2008 wurde in Oberferstenfeld bei Ludwigsburg ein Einbruch verübt, an dem die unbekannte Frau ebenfalls beteiligt gewesen sein könnte. Gestohlen wurden untere anderem folgende Gegenstände, die möglicherweise inzwischen zum Verkauf angeboten wurden:
eine Damenarmbanduhr "Gucci Plaque mit Stahl 3900L" mit schwarzem Ziffernblatt und goldenem Armband
ein Laptop Fujitsu Amilo PA 1510
ein DVD-RecorderPhilips 7260H
eine Videokamera Sony DCR-SR 90
eine Fotokamera Kodak Advantix 5800 MRX
Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes an Michèle Kiesewetter und zur Verhaftung der gesuchten Person führen, ist eine Belohnung in Höhe von 150.000 Euro ausgesetzt.
...Und plötzlich fiel ein Schuss - Überfall auf einen Lotto-Laden in Groß-Gerau
Für die Ladeninhaberin war das Verbrechen ein traumatisches Erlebnis, das sie nur schwer verkraften konnte. Wochen danach gab sie auf und schloss ihr Geschäft. Seitdem ist sie arbeitslos ...
Freitag, 7. April 2006, gegen 11.30 Uhr. Ein scheinbar ganz normaler Kunde betritt den Lottoladen. Er möchte Oddset spielen. Doch plötzlich zieht der Unbekannte eine Pistole hervor und bedroht die Ladenbesitzerin. Sie kommt seinen Forderungen sofort nach - und dennoch schießt der Räuber auf die Frau. Die Kugel trifft sie am linken Ellenbogen. Kurzentschlossen greift die Verletzte den Täter an - und schlägt ihn schließlich in die Flucht.
Personenbeschreibung: Der Täter war ca. 40 Jahre alt, etwa 1,70 m groß, dick, dunkles, längeres Haar, sprach Hochdeutsch. Er trug einen dunklen Anorak, wahrscheinlich mit gelbem Futter und machte insgesamt einen sehr ungepflegten Eindruck.
Beschreibung der Waffe: Bei der Pistole des Täters handelt es sich um eine Kleinkaliberwaffe, Kaliber 22. Das Opfer glaubt, sich an einen Schalldämpfer zu erinnern, der für eine Kleinkaliberwaffe eher ungewöhnlich wäre.
Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 3.000 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Rüsselsheim, Tel.: (06142) 69 60
Fahndung (Seite 05/13)
"Raub ohne Worte" - Unbekannter verübt zwei Überfälle auf die selbe Tankstelle
Am 8. Oktober 2006 betrat ein Mann eine Tankstelle in Mainz. Mit Mütze, Sonnenbrille und Tuch maskiert, baute er sich schweigend vor der Kasse auf und fuchtelte mit einer Waffe herum. Er ließ sich das Geld aus der Kasse geben und verschwand. Diesen einen "Raub ohne Worte" wiederholte der Täter am 23. Januar 2007 - in derselben Tankstelle. Vom ersten Überfall gibt es Bilder aus der Überwachungskamera.
Personenbeschreibung:
Der Gesuchte ist etwa 1.80 m groß, schlank, sehr helle Hautfarbe, eventuell Sommersprossen. Er hatte sich mit einem blau- karierten Dreieckstuch maskiert, trug eine Sonnenbrille mit großen Gläsern, eine dunkle Mütze und einen dunklen Handschuh an der rechten Hand.
Zuständig: Kripo Mainz, Telefon (06131) 65 37 45
Fahndung (Seite 05/14)
Bankraub mit Schrotflinten - Polizei fahndet nach skrupellosem Täterpärchen
25. Januar 2007, kurz vor Feierabend in einer Bank in Hameln. Zwei Personen kommen herein, eine größere und eine kleinere, und bewegen sich auf einen Schalter zu. Sie sind maskiert und mit abgesägten Schrotflinten bewaffnet. Dann fallen drei Worte: "Money! Money! Money!"
Die kleinere Person ist höchstwahrscheinlich eine Frau. Sie hat eine schwarze Tasche dabei, in der die Beute verstaut wird. Als die beiden die Bank verlassen, reißt sich der Mann die Maske vom Kopf und wird von der Überwachungskamera gefilmt.
Der Mann hat glatt rasierte oder aber ganz kurze Haare. Er ist 30 - 45 Jahre alt, etwa 1,85 m groß, normale Statur. Am rechten Auge und am Hinterkopf könnte er Narben haben.
Seine mutmaßliche Komplizin ist 30 - 40 Jahre alt, schlank, etwa 1,70 m groß.
Beide waren dunkel gekleidet.
Auf einem der Fotos erkennt man auf dem Handschuh und der Jacke ein weißes "+"-Zeichen als Logo. Die Polizei hat bislang nicht herausgefunden, welche Bekleidungsfirma ein solches Logo hat.
Die Täter waren mit Schrotflinten bewaffnet, die am Schaft und am Lauf abgesägt waren. Der Mann trug eine doppelläufige, die Frau eine einläufige Waffe.
Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Hameln, Telefon (05151) 93 30
Fahndung (Seite 05/15)
"Car-Jacking" - Planten die Täter weitere Verbrechen mit dem geraubten BMW?
Schock am Morgen für eine Autofahrerin: Mitten im Berufsverkehr reißen zwei Männer die Autotüren auf und bedrohen die Frau mit einer Pistole. Als das Opfer fliehen kann, rasen die Täter mit dem BMW davon.
"Car-Jacking" ist ein Raub-Delikt, das in Deutschland eigentlich nie vorkommt. Ein Aufsehen erregender Fall ereignete sich jedoch am Dienstag, 27. November 2007, in dem kleinen Ort Lübbecke-Eilhausen. Als eine 44-jährige Frau gegen 6.55 Uhr mit ihrem Wagen auf dem Weg zur Arbeit ist, reißen plötzlich zwei Männer die Autotüren auf und bedrohen die Frau mit einer Pistole. Obwohl einer der Männer befiehlt, sie solle sofort "losfahren", gelingt der Frau die Flucht. Die beiden Täter fahren daraufhin mit dem schwarzen BMW 116i auf der B 65 in Richtung Minden davon.
Gemeinsam mit dem völlig panischen Opfer verfolgt ein Autofahrer den BMW noch ein Stück, muss dann aber an einer Tankstelle anhalten, um die Polizei zu alarmieren. Trotz einer sofortigen Fahndung können die Täter entkommen. Wie sich aber herausstellt, haben sich die Unbekannten noch über eine Stunde in der Gegend aufgehalten und in dem kleinen Ort Oberlübbe zwei Auto-Kennzeichen gestohlen, die sie dann an dem geraubten BMW anbrachten.
Von Anfang an war die Polizei überzeugt, dass es den Tätern bei diesem Fall von "Car-Jacking" nicht darum ging, das Fahrzeug weiter zu verkaufen. Und tatsächlich: Im März 2008 wird der geraubte BMW, immer noch mit den gestohlenen Kennzeichen (MI-GF 661), gefunden. Er steht in einer Parkbucht in Lüdenscheid (Höhe Gartenstraße 28), fast 200 Kilometer von Lübbecke entfernt. Dort soll er bereits am 12. Dezember 2007 abgestellt worden sein, danach aber noch mehrfach bewegt worden sein. Im Auto findet die Polizei weitere Nummernschilder (HAM-MI 393), die am 11. Dezember in Hamm gestohlen wurden. Die Polizei vermutet, dass der Wagen und die Nummernschilder möglicherweise zur Vorbereitung eines weiteren Verbrechens geraubt wurden.
Personenbeschreibung:
Beide Täter waren schlank, 1,75 bis 1,80 m groß, und dunkel gekleidet. Sie trugen schwarze Wollmützen. Bewaffnet waren die Männer mit einer Pistole.
Ermittlungsfragen:
Wer hat den geraubten schwarzen BMW 116i auf dem Parkplatz in Lüdenscheid abgestellt? Wer glaubt, die Täter zu kennen? Sie könnten einen Bezug nach Lübbecke sowie nach Hamm und Lüdenscheid haben.
FBI jagt "Whitey" Bulger - Eine Million Dollar auf Verbrecherboss ausgesetzt
Es ist die spektakulärste Personenfahndung in der 40-jährigen Geschichte: Das amerikanische FBI fahndet nach James J. Bulger, genannt "Whitey". Er gilt als führender Kopf der organisierten Kriminalität und gehört zu den zehn meist gesuchten Männer der Welt.
Das Register der Straftaten, die dem 79-jährigen James J. Bulger vorgeworfen werden, ist seitenlang. Dazu zählen alle Delikte des Organisierten Verbrechens, wie Drogenhandel, Erpressung und sowie 21-facher Mord.
1929 in Boston geboren, hatte "Whitey" Bulger schon als junger Mann eine Gefängnisstrafe in Alcatraz verbüßt. Später festigte er seine Stellung in der kriminellen Szene Bostons und soll dort Kopf der berüchtigten "Winter Hill Gang" gewesen sein. Seit 1999 steht sein Name auf der Liste der zehn meist gesuchten Männer der Welt. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Catherine Greig ist er seit Jahren auf der Flucht. 2002 wurden die beiden in London gesehen, zwei Jahre später führte ihre Spur nach Uruguay.
James J. Bulger
Personenbeschreibung:
James J. Bulger ist amerikanischer Staatsbürger und 79 Jahre alt. Er ist 1,72 m groß und schlank. Er hat weiße Haare und blaue Augen. Er gilt als gebildet sowie kulturell und geschichtlich sehr interessiert. Er ist zudem sportlich und reist viel.
Catherine Greig
Seine Lebensgefährtin Catherine Greig stammt ebenfalls aus Boston. Sie ist 56 Jahre alt, 1,68 m groß, schlank. Sie hat blonde Haare und blaue Augen. Die Polizei warnt: Vermutlich sind beide bewaffnet, sie werden als äußerst gefährlich eingestuft.
Belohnung: Für Hinweise, die zur Festnahme von James J. Bulger führen, hat das amerikanische FBI eine Belohnung von bis zu einer Million US-Dollar ausgesetzt.
Zuständig: FBI / In Deutschland BKA Wiesbaden, Telefon 0611 - 55 0
Fahndung (Seite 05/17)
Amnesie nach Raub - Opfer erleidet bei Raub lebensgefährliche Verletzungen
Ein Mann wird beraubt und brutal zusammengeschlagen. Dabei wird er so schwer verletzt, dass nur durch eine Notoperation gerettet werden kann.Währenddessen bedienen sich die mutmaßlichen Täter skrupellos an seinem Konto.
Schneller werdende Schritte. Ein heftiger Schlag auf den Kopf. Das sind die letzten Dinge, an die sich ein 31-Jähriger aus Köln erinnern kann. Alles, was danach geschah - der Raubüberfall, die vielen Schläge und Tritte - ist ausgelöscht. Erst an den Transport im Rettungswagen kann sich der junge Mann wieder erinnern - und an die schreckliche Diagnose im Krankhaus: Milzriss.
Montag, 10. September 2007, nach 21 Uhr. Ein 31-jähriger Mann parkt mit seinem Auto am Kölner Westbahnhof, um in der Wohnung eines Freundes nach dem Rechten zu sehen. Doch als er aussteigt, wird er von mehreren Männern überfallen. Bereits nach dem ersten Schlag auf den Kopf bricht er zusammen - doch auch danach müssen die Unbekannten weiter auf ihn eingeschlagen haben, so die Ermittlungen der Polizei.
Nach einigen Minuten erwacht der junge Mann aus der Bewusstlosigkeit. Er ist völlig orientierungslos und sucht nach seinem Geldbeutel, den die unbekannten Angreifer offenbar mitgenommen haben.
Ein Passant bringt den stark blutenden Mann schließlich in ein Restaurant und holt Hilfe. Wie sich später herausstellt, hat er lebensgefährliche innere Verletzungen. Durch die vielen Tritte und Schläge ist seine Milz gerissen. Um ein Haar wäre das Opfer innerlich verblutet.
Noch am Tatabend gegen 22.20 Uhr soll einer der mutmaßlichen Täter versucht haben, an einem Geldautomaten in Bonn mit der gestohlenen Kreditkarte des Opfers Geld abzuheben. Doch die Versuche scheitern.
Am nächsten Morgen wird die gestohlene EC-Karte des Werbetechnikers in einem Supermarkt in Bonn verwendet. Vier Männer kaufen Lebensmittel, Alkoholika und Kosmetika im Wert von insgesamt über 150 Euro ein. Dabei werden zwei der vier Unbekannten von einer Überwachungskamera gefilmt. Um die Mittagszeit betreten die Männer erneut das Geschäft um einzukaufen. Doch diesmal wird die Verkäuferin misstrauisch. Die vier Männer ergreifen die Flucht.
Personenbeschreibung: Bei den Männern, die am 11. September 2007 in dem Supermarkt eingekauft haben sollen, handelt es sich vermutlich um vier Osteuropäer. Einer der Männer könnte den Namen "Anatol" tragen. Alle vier sollen 20 - 25 Jahre alt gewesen sein.
Der Mann, der mit der gestohlenen EC-Karte des Opfers bezahlt haben soll, ist ca. 1,85 m groß, hellbraune Haare. Er trug Jeans und eine schwarze Jacke.
Sein mutmaßlicher Komplize, der ebenfalls an der Kasse stand, war etwa 1,65 m groß, hatte hellbraune Haare, trug Jeans und einen grauen Blouson.
Die beiden anderen Männer, von denen keine Fotos vorliegen, waren ebenfalls etwa 1,65 m groß und hatten jeweils hellbraune Haare. Einer der Männer trug einen dicken Pullover.
Ermittlungsfragen:
Wer hat am 10. September 2007 nach 21 Uhr in der Straße "Venloer Wall" in Köln (Nähe Westbahnhof) verdächtige Beobachtungen gemacht, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten?
Wer ist das Pärchen, mit dem das Opfer nach der Tat gesprochen hat? Die Beiden könnten wichtige Zeugen sein und werden dringend gebeten, sich bei der Polizei in Köln zu melden.
Wer erkennt die beiden Männer auf den Fotos der Überwachungskamera des Supermarkts?
Wer hat das Portemonnaie des Opfers gesehen? Es handelt sich um einen schwarzen, neuen Geldbeutel mit einem weißen Nike-Zeichen auf der Vorderseite.
Am 25. September 2007 gegen 14 Uhr wurde bei einer Nachbarin in Köln-Porz der gestohlene Personalausweis des Opfers abgegeben. Die Polizei bittet den Finder des Personalausweises, sich zu melden. Er könnte ein wichtiger Zeuge sein.
Zuständig: Kripo Köln, Tel.: (0221) 22 90
Fahndung (Seite 05/18)
Techno-Fan verschwindet von heute auf morgen - Was passierte mit Andreas Mattern?
Ein Mann zwischen zwei Welten: Tagsüber arbeitet Andreas Mattern als Industriekaufmann, nachts durchstreift er die Techno-Szene. Dann verschwindet er plötzlich.
Der 39-jährige Andreas Mattern lebt allein im Gelsenkirchener Stadtteil Horst. Tagsüber geht er ruhig und zuverlässig seinem Job als Industriekaufmann nach. Nachts dagegen zieht es ihn in die Techno-Discos im Raum Düsseldorf/Essen, wo er tanzt und versucht, Kontakte zu Frauen zu knüpfen.
Andreas Mattern gilt bei seinen Freunden als Mensch mit sehr strikten Vorstellungen vom Leben. Die Einrichtung seiner Wohnung und auch seine Kleidung lässt er sich gerne einiges kosten. Die Polizei findet jedoch später heraus, dass er in Geldnöten steckte. Wohl aus diesem Grund gibt er im Mai 2007 sein altes Auto ab. Die Höhe seiner bekannten Schulden wird von der Polizei jedoch als "nicht bedrohlich" eingeschätzt.
Zuletzt gesehen wird Andreas Mattern am 19. Mai 2007 in Gelsenkirchen-Horst, als er in einer Sparkasse etwas Geld abhebt. Danach verschwindet er spurlos. Sein Handy ist ausgeschaltet. Besondere Kleidungsstücke oder Gegenstände hat er offenbar nicht mitgenommen. Die Kripo befürchtet, dass Andreas Mattern Opfer eines Verbrechens geworden ist.
Fehlende Kleidungsstücke: Möglicherweise hat Andreas Mattern zum Zeitpunkt seines Verschwindens einen auffälligen Gürtel aus hochwertigem Krokodilleder getragen. Marke "Orciani", Modellnummer 4282, 95 cm lang.
Ermittlungsfragen: Wer kannte Andreas Mattern, möglicherweise auch aus der Techno-Szene, und hat noch nicht mit der Polizei gesprochen? Wer weiß, bei wem Andreas Mattern möglicherweise weitere Schulden gehabt haben könnte? Die Wohnung von Andreas Mattern befand sich in der Hippolytusstraße in Gelsenkirchen-Horst, in der Nähe der Rennbahn. Wer hat ihn dort um den 19. Mai 2007 herum gesehen?
Zuständig: Kripo Gelsenkirchen, Telefon (0209) 36 50
Fahndung (Seite 05/19)
Eheringe als Beute - Dreiste Räuber nehmen Auslage mehrfach unter die Lupe
Dreister Überfall auf einen Juwelier. Die Täter lassen sich vor der Tat gleich zwei Mal die Auslage zeigen, um ihre Beute zu begutachten. Erst dann schlagen sie zu.
Die Kripo Nürnberg fahndet nach zwei Männern, die am 7. Dezember 2007 in der Innenstadt einen Überfall auf ein Juwelier-Geschäft verübt haben sollen. Ungewöhnlich ist ihr Vorgehen: Einer der Männer betritt um 9.50 Uhr in aller Seelenruhe das Geschäft. Er lässt sich Tableaus mit verschiedenen Eheringen zeigen. Um 10.03 Uhr geht er wieder, ohne etwas zu kaufen. Rund acht Stunden später, um 18.02 Uhr, kehrt derselbe Mann erneut zurück. Wieder sieht er sich Eheringe an. Dann betritt ein weiterer Mann das Geschäft. Es ist sein Komplize. Erst jetzt zeigen die Männer ihr wahres Gesicht. Sie bedrohen Verkäuferinnen und Kunden mit einer Waffe. Das Duo erbeutet 372 Eheringe im Wert von über 50.000 Euro. Auf der Flucht verlieren die Männer ihre Waffe - eine Spielzeugpistole.
Personenbeschreibung:
Da sich die Gesuchten insgesamt fast 25 Minuten lang im Geschäft aufhielten, liegen zahlreiche Bilder aus der Überwachungskamera vor. Der Mann, der sich bereits am Vormittag Ringe angesehen hatte, trug eine weiße Strickmütze und war ca. 20 bis 25 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 m groß. Er hatte dunkle, kurze Haare und sprach hochdeutsch. Der zweite Mann war zwischen 18 und 20 Jahren alt. Er kam nur zur Tatausführung ins Geschäft und hat während dieser Zeit nicht geredet. Etwa 1,80 m groß, er hatte längere Haare.
Ermittlungsfragen:
Der zweite Mann trug auf seinem Rücken einen dunkelblauen Rucksack mit einem hellen Logo. Kann jemand etwas über die Herkunft dieses Rucksacks sagen? Wer kennt die beiden gesuchten Männer?
Belohnung: Für Hinweise, die zur Festnahme der Gesuchten führen, ist eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Nürnberg, Telefon (0911) 21 12 0
Fahndung (Seite 05/20)
Was geschah mit Jutta Fuchs? Junge Mutter spurlos verschwunden - Kripo geht von Mord aus
Bremen 1993: Eine Frau will ein neues Leben beginnen. Doch dann verschwindet sie. Auch 15 Jahre später gibt die Kripo nicht auf. Sie ist sicher: Jutta Fuchs wurde ermordet.
Juni 1993. Die 29-jährige Jutta Fuchs ist Mutter eines zweijährigen Sohnes. Nach mehreren erfolglosen Trennungsversuchen will sie sich endgültig von ihrem Verlobten, dem Vater des Kindes, lösen und ausziehen. Die junge Frau hat bereits eine kleine Wohnung in der Nähe angemietet. Doch am Samstag, 26. Juni 1993, erscheint sie nicht zum vereinbarten Umzugstermin.
Tags darauf findet ein Autofahrer auf dem Parkplatz Mittelkämpe an der A27 bei Bremen die Handtasche von Jutta Fuchs. Inhalt: Ihr Reisepass, Führerschein, Personalausweis, Bankkarte und eine Telefonkarte. Alle Sachen sind völlig durchnässt, obwohl es zuvor nicht geregnet hat. Die Polizei ist überzeugt: In der Nacht von Freitag auf Samstag muss Jutta Fuchs etwas zugestoßen sein.
Doch trotz aller Bemühungen finden die Beamten keine weiteren Spuren der Vermissten. Erst ein Jahr später, am 27. Juli 1994, fischen zwei Angler eine Plastiktüte aus dem Tietjenssee am nördlichen Bremer Stadtrand, etwa drei Kilometer von der früheren Wohnung von Jutta Fuchs entfernt. In der Tüte befinden sich weitere persönliche Gegenstände von Jutta Fuchs, darunter ein paar Schuhe, eine Zahnbürste und ihr Verlobungsring. Doch auch diese Sachen bringen die Polizei nicht weiter. Bis heute ist Jutta Fuchs verschwunden, die Polizei geht davon aus, dass sie ermordet wurde.
Ermittlungsfragen: Wer kann etwas zum Verbleib von Jutta Fuchs sagen? Wer hat die Handtasche von Jutta Fuchs am Parkplatz Mittelkämpe an der A27 abgelegt (zwischen 25. und 27. Juni 1993)? Wer hat damals Beobachtungen gemacht, die mit dem Versenken der braunen Plastiktüte im Tietjenssee zusammen hängen?
Zuständig: Kripo Bremen, Telefon (0421) 83 54 48 8
Fahndung (Seite 05/21)
Wenn die Sonne untergeht - Bande klaut reihenweise Photovoltaik-Platten im Emsland
Zwei Landwirte rüsten auf Solarstrom um. Doch die Freude währt nur kurz: Bald schlagen hoch organisierte Diebe gleich mehrfach zu ...
Im Emsland registriert die Polizei seit 2005 immer wieder Diebstähle von Photovoltaik-Platten, allgemein eher bekannt als Sonnenkollektoren von Solaranlagen. Sie wandeln Sonnenlicht in Strom um.
Die Täter kommen dabei immer nachts und montieren die Platten von Stalldächern oder landwirtschaftlichen Betrieben ab. Da die Tatorte weit außerhalb von Ortschaften liegen, können es sich die Täter erlauben, in aller Ruhe die schweren Platten abzuschrauben und zu verladen. Die Platten haben eine Größe von ca. 160 x 80 Zentimetern und waren allesamt auf Dächern von landwirtschaftlichen Gebäuden installiert. Um eine Anlage in Betrieb zu nehmen, benötigt man neben den Photovoltaik-Platten auch so genannte "Wechselrichter". Auch diese haben die Täter bei einem weiteren nächtlichen Beutezug einfach mitgenommen.
Bisher weiß die Polizei von 24 solcher nächtlicher Diebstähle allein im Emsland. Der Wert der Beute: mittlerweile über eine halbe Million Euro.
Besonders die Autobahn A 31 weckt das Interesse der Ermittler. Die bekannten Tatorte liegen nämlich allesamt entlang der Verbindung von Oberhausen nach Bremen. Möglich, dass die Täter aus dem benachbarten Holland kommen. Die A31 verläuft fast parallel zur deutsch-niederländischen Grenze.
Ermittlungsfragen: Wem wurden seit 2005 Photovoltaik-Platten und dazugehörige Wechselrichter unter der Hand angeboten? Womöglich weisen einige der Platten kleine Defekte auf, die durch das teilweise gewaltsame Abmontieren entstanden sein könnten.
Mysteriöse Anrufe - Wer sind die Mörder von Artur Gregor aus Gelsenkirchen?
Am 22. Januar 1992 gehen im Abstand von wenigen Minuten Anrufe bei zwei Taxi-Zentralen in Gelsenkirchen ein. Die unbekannten Anrufer bestellen ein "Taxi für Gregor". Doch zu diesem Zeitpunkt ringt Artur Gregor bereits mit dem Tod.
Gelsenkirchen, Dezember 1991. Artur Gregor ist Witwer. Seine Frau ist vor wenigen Wochen nach langer und schwerer Krankheit gestorben. Nun muss der 79-Jährige den Alltag allein meistern.
Am 22. Januar 1992 hat Artur Gregor Besuch von seiner Schwägerin. Sie verlässt die Wohnung am Nachmittag. Zwischen 18 und 18.45 Uhr muss Artur Gregor dann ermordet worden sein. Er wird später gefesselt und geknebelt aufgefunden. Die Wohnung wurde durchwühlt. Möglicherweise wurde etwas Bargeld erbeutet.
Artur Gregor
Am selben Abend, kurz nach 19 Uhr, gehen bei zwei verschiedenen Taxi-Zentralen in Gelsenkirchen Anrufe ein. Ein "Taxi für Gregor" wird bestellt. Doch jedesmal stehen die Fahrer, die zur Wohnung gerufen werden, vor verschlossenen Türen und gehen wieder. Die Polizei weiß nur, dass die Telefonate nicht aus der Wohnung von Artur Gregor geführt wurden.
Aufgrund einer DNA-Spur weiß die Kripo inzwischen, dass sich zur Tatzeit neben einem Mann auch eine Frau in Artur Gregors Wohnung aufgehalten haben muss. Handelt es sich um ein Täterpärchen? Wollten sie mit den Anrufen bezwecken, dass Artur Gregor gefunden wird? Und war es überhaupt ein Raubmord?
Ermittlungsfragen: Wer glaubt, etwas zum Tod von Artur Gregor sagen zu können?
Die Polizei vermutet, dass es nach der Tat zu Auseinandersetzungen zwischen den Tätern gekommen sein könnte. Wer hat davon etwas bemerkt?
Falscher Arzt - Kripo jagt mutmaßlichen Betrüger mit unglaublicher Masche
Reiner Bongardt
Reiner Bongardt
Ein Mann - viele Gesichter und offenbar noch mehr kriminelle Energie: Die Kriminalpolizei Hamburg sucht Reiner Bongardt. Ihm wird Betrug im großen Stil vorgeworfen.
Reiner Bongardt soll sich vornehmlich als Arzt, Psychologe oder Tontechniker ausgeben und dabei verschiedene Verkleidungen und Namen verwenden. Nach Erkenntnissen der Polizei lässt er sich hochwertige Visitenkarten drucken und betrieb eine professionell gestaltete Internetseite "seiner" Praxis. Doch all dies war von A bis Z erfunden und
vorgetäuscht. Reiner Bongardt soll mit diesen
Reiner Bongardt
Reiner Bongardt
Werkzeugen Banken um bisher rund 450.000 Euro betrogen haben.
Seine Masche: Er soll zum Beispiel unter dem Falschnamen "Dr. Michael Hoffmann", die Geldinstitute um Kredite gebeten haben. Um seine Seriosität zu beglaubigen, soll er entsprechende Visitenkarten vorgelegt haben. Klickten die Bankangestellten dann auf die angegebene Internetseite, fanden sie dort eine Telefonnummer der Praxis. Am anderen Ende der Leitung meldeten sich tatsächlich vermeintliche Mitarbeiter von "Dr. Hoffmann". Das genügte den Banken - der Kredit wurde bewilligt. Dass die angeblichen
Reiner Bongardt
Praxiskollegen Mitarbeiter eines Bürodienstleisters waren, der von Bongardt bezahlt worden war, ahnte niemand.
Personenbeschreibung: Reiner Bongardt ist 38 Jahre alt, 1,79 m groß und schlank. Er hat dunkelblonde, kurze Haare. Laut Kripo zeichnet er sich ganz besonders durch ein Merkmal aus: psychologisches Geschick. Er weiß genau, wie er sich verhalten muss, um seriös zu wirken.
Falschnamen von Reiner Bongardt:
Erik Freitag
Georg Reichert
Mirko Hennig
Henning Renner
Alexander Bergmann
Joachim Krause
Carsten Schneider
Volker Wagner
Andreas Stein
Carl Schneider
Axel Bergmann
Martin Pieper
Ulrich Pieper
Ralf Hennig
Reinhard Herrmann
Frank Koch
Frido Koch
Thorsten Vogel
Lars Vogel
Frank Vogel
Jochen Vogel
Thomas Vogel
Peter Vogel
Holger Vogel
Kai Herrmann
Michael Herrmann
Andre Schlesinger
Jan Ricke
Marco Schlesinger
Nach Ermittlungen der Kripo Hamburg soll Bongardt Komplizen haben: einen Mann und eine Frau. Ihre Namen sind nicht bekannt. Sie halten sich vermutlich in Deutschland auf. Auch nach ihnen wird gefahndet.
Belohnung: Für Hinweise, die zur Festnahme von Reiner Bongardt führen, ist eine Belohnung von 10.500 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Hamburg, Tel.: (040) 42 86 50
Fahndung (Seite 05/24)
Verabredung mit Folgen - Opfer mit K.O.-Tropfen betäubt und ausgeraubt
Ein Kneipenbesuch mit bösen Folgen: Der neue Bekannte entpuppt sich am Ende des Abends als äußerst hinterhältig. Mit K.O.-Tropfen setzt er ein Opfer außer Gefecht.
Ein Mann will den Abend des 19. April 2007 nicht allein zuhause verbringen. So macht er sich spätabends zur Kneipe "New Action" in der Kleiststraße in Berlin-Schöneberg auf. Dort hat er sich mit einem Freund verabredet.
In der Kneipe "New Action" lernt das spätere Opfer an diesem Abend einen anderen Mann kennen. Dieser nennt sich "Janis" und gibt sich als Grieche aus. Das Opfer nimmt "Janis" mit zu sich nach Hause. Auf der Fahrt vom "New Action" zur Wohnung in Berlin-Wilmersdorf benutzen sie ein Taxi.
In der Wohnung trinken sie noch ein Bier. Dann, in einem unbeobachteten Moment, hat "Janis" seinem Opfer möglicherweise K.O.-Tropfen ins Bier geschüttet, so die Vermutung der Polizei Der Wohnungsbesitzer fällt in einen tiefen Schlaf.
Der Täter nutzt dies, um die Wohnung zu durchsuchen. Dabei raubt er Bargeld und eine Fotokamera. Schließlich verschwindet er. Das betäubte Opfer erwacht erst gegen Mittag
Personenbeschreibung: Der Mann, der sich "Janis" nannte und angab, Grieche zu sein, ist 35 bis 40 Jahre alt, ca. 1,75 m groß und stämmig. Sein Gesicht ist auffällig rund, er hat dunkelbraune Augen und kurze schwarze Haare. Er sagte, er sei in der Gastronomie tätig.
Geraubter Gegenstand: Unter anderem hat der Täter eine Kamera geraubt: eine Kodak Easy Share C 340 mit einer SD-Card von Panasonic, 512 MB Speicherkapazität. Die Kamera war zum Zeitpunkt der Tat etwa ein Jahr alt.
Ermittlungsfragen: Wer kennt den Mann auf dem Phantombild und kann Angaben zu ihm machen?
Wer war in der Nacht vom 19. auf den 20. April 2007 Gast im "New Action" und wurde ebenfalls von "Janis" angesprochen?
Wer ist der Taxifahrer, der das Opfer und den Täter zwischen 3 und 4 Uhr vom "New Action" (Kleiststraße, Berlin-Schöneberg) nach Wilmersdorf gefahren hat? Er war über 50 Jahre alt, hatte graue Haare und ist wahrscheinlich Südländer. Er wird als Zeuge gesucht.
Gibt es weitere Opfer, die sich noch nicht bei der Polizei gemeldet haben?
"Car-Jacking" - Planten die Täter weitere Verbrechen mit dem geraubten BMW?
Schock am Morgen für eine Autofahrerin: Mitten im Berufsverkehr reißen zwei Männer die Autotüren auf und bedrohen die Frau mit einer Pistole. Als das Opfer fliehen kann, rasen die Täter mit dem BMW davon.
"Car-Jacking" ist ein Raub-Delikt, das in Deutschland eigentlich nie vorkommt. Ein Aufsehen erregender Fall ereignete sich jedoch am Dienstag, 27. November 2007, in dem kleinen Ort Lübbecke-Eilhausen. Als eine 44-jährige Frau gegen 6.55 Uhr mit ihrem Wagen auf dem Weg zur Arbeit ist, reißen plötzlich zwei Männer die Autotüren auf und bedrohen die Frau mit einer Pistole. Obwohl einer der Männer befiehlt, sie solle sofort "losfahren", gelingt der Frau die Flucht. Die beiden Täter fahren daraufhin mit dem schwarzen BMW 116i auf der B 65 in Richtung Minden davon.
Gemeinsam mit dem völlig panischen Opfer verfolgt ein Autofahrer den BMW noch ein Stück, muss dann aber an einer Tankstelle anhalten, um die Polizei zu alarmieren. Trotz einer sofortigen Fahndung können die Täter entkommen. Wie sich aber herausstellt, haben sich die Unbekannten noch über eine Stunde in der Gegend aufgehalten und in dem kleinen Ort Oberlübbe zwei Auto-Kennzeichen gestohlen, die sie dann an dem geraubten BMW anbrachten.
Von Anfang an war die Polizei überzeugt, dass es den Tätern bei diesem Fall von "Car-Jacking" nicht darum ging, das Fahrzeug weiter zu verkaufen. Und tatsächlich: Im März 2008 wird der geraubte BMW, immer noch mit den gestohlenen Kennzeichen (MI-GF 661), gefunden. Er steht in einer Parkbucht in Lüdenscheid (Höhe Gartenstraße 28), fast 200 Kilometer von Lübbecke entfernt. Dort soll er bereits am 12. Dezember 2007 abgestellt worden sein, danach aber noch mehrfach bewegt worden sein. Im Auto findet die Polizei weitere Nummernschilder (HAM-MI 393), die am 11. Dezember in Hamm gestohlen wurden. Die Polizei vermutet, dass der Wagen und die Nummernschilder möglicherweise zur Vorbereitung eines weiteren Verbrechens geraubt wurden.
Personenbeschreibung:
Beide Täter waren schlank, 1,75 bis 1,80 m groß, und dunkel gekleidet. Sie trugen schwarze Wollmützen. Bewaffnet waren die Männer mit einer Pistole.
Ermittlungsfragen:
Wer hat den geraubten schwarzen BMW 116i auf dem Parkplatz in Lüdenscheid abgestellt? Wer glaubt, die Täter zu kennen? Sie könnten einen Bezug nach Lübbecke sowie nach Hamm und Lüdenscheid haben.
Stoßbetrug im großen Stil - Kripo jagt die Drahtzieher: Wer ist "Dimitrios Makris"?
Stoßbetrug ist eine besonders schwere Variante des Warenkreditbetrugs. Die Kripo Recklinghausen fahndet nach einer Bande, die mit dieser Masche über 250.000 Euro erbeutet hat. Der Schaden für die betroffenen Lieferanten ist doppelt so hoch, sie wurden um fast eine halbe Million Euro geprellt.
Recklinghausen im Dezember 2004: Zwei Männer kaufen unter falschem Namen eine brach liegende Firma und bauen sie in den folgenden Monaten zu einem scheinbar florierenden Handelsunternehmen aus. Die Unbekannten mieten einen Büroraum in der Recklinghauser Innenstadt sowie eine Lagerhalle im nahe gelegenen Marl.
Zunächst nehmen die Männer - hauptsächlich per Internet - Kontakt mit Händlern im In- und Ausland auf und tätigen kleinere Warenkäufe. Im Juni und Juli 2005 herrscht dann Hochbetrieb in der Lagerhalle. Aus ganz Europa treffen bestellte Waren ein, doch auf die Bezahlung warten die Lieferanten vergeblich. Stattdessen werden die Waren ab Lager sofort weiterverkauft - zum halben Preis.
Als die ersten Lieferanten massiv ihr Geld einfordern, werden die Firmenräume in einer Nacht- und Nebelaktion geräumt. Die Firmeninhaber verschwinden mit einer Beute von rund 250.000 Euro. Der Gesamtschaden für die geprellten Lieferanten ist sogar deutlich höher: Rund eine halbe Million Euro.
Personenbeschreibung: Der Polizei liegt in Kopie ein Passfoto vor, auf dem einer der als hauptverdächtig geltenden Männer zu sehen sein soll. Bis heute konnte der Mann, der sich "Dimitrios Makris" nannte, nicht identifiziert werden. Der Gesuchte war damals etwa 30-35 Jahre alt, ca. 1,90 m groß und hatte eine sportliche Figur sowie kurzes schwarzes, leicht gegeltes Haar. Dazu eine Brille mit Metallgestell. Er sprach Deutsch mit badisch-schwäbischem Dialekt.
Zuständig: Kripo Recklinghausen, Telefon (02361) 55 0
Fahndung (Seite 05/27)
Unbekannte rauben Juwelier aus - Hamburger Polizei hofft auf Fußball-Fans
In Hamburg rauben unbekannte Männer einen türkischen Juwelier aus. Die Täter räumen Tresore und Vitrinen leer. Die Polizei hofft auf die Erinnerung von Fußball-Fans, die in einem Nachbar-Lokal ein wichtiges Spiel des HSV verfolgten. Der Hamburger SV siegte an diesem Abend in der UEFA-Cup-Qualifikation gegen Honved Budapest mit 4:0.
Am 30. August 2007 wird ein türkischer Juwelier beim Verlassen seines Geschäfts in Hamburg-Bergedorf von drei Männern überfallen. Er wird in den Laden zurückgedrängt und gezwungen, auf den Knien zu seinen beiden Tresoren zu kriechen und diese zu öffnen. Während er danach gefesselt in einem Nebenraum auf dem Boden liegt, werden im Verkaufsraum Tresore und Vitrinen geplündert. Dabei suchen sich die Täter gezielt die wertvolleren Stücke aus. Preiswerte Massenware und unechte Warenmuster lassen sie liegen, kannten sich nach Meinung der Polizei also gut mit Schmuck aus.
Täterbeschreibungen: Die beiden Haupttäter dürften Deutsche gewesen sein, 1,70 bis 1,80 m groß, beide kräftige Statur. Ein Täter trug weiße Turnschuhe, sein Komplize schwarze Lederstiefel. Der dritte Täter konnte nicht beschrieben werden.
Ermittlungsfragen: Wo wurden nach dem 30. August 2007 größere Mengen Goldschmuck angeboten? Wer hat sich am Tatabend (30. August 2007) in benachbarten Lokalen aufgehalten (z.B. "Serrahne Coffee-Bar", "Freitag-Brasserie" in Hamburg-Bergedorf) und in der Hofeinfahrt des Juweliers einen der Täter gesehen, der dort Schmiere stand? Wer ist zur Tatzeit - zwischen 19 und 20 Uhr - am Juweliergeschäft vorbeigekommen sind und hat verdächtige Beobachtungen gemacht?
Belohnung: Für Hinweise, die zur Festnahme der Täter führen, ist eine Belohnung in Höhe von 2.500 Euro ausgesetzt.
Der Tote aus dem Rhein - Verstümmelte Leiche sorgt für Rätselraten
Spaziergänger entdecken im Rhein eine Leiche. Der Tote ist völlig unkenntlich, seine Hände sind abgetrennt. Wurde er Opfer eines unglaublichen Verbrechens?
Am Montag, 14. August 2006, macht ein Pärchen bei Wesseling (Rhein-Erft-Kreis) eine furchtbare Entdeckung. Im Rhein treibt eine männliche Leiche. Die jungen Leute ziehen den Toten an Land und sind geschockt: Er ist fast vollständig skelettiert. Die Kripo findet heraus, dass der Leichnam mindestens ein halbes Jahr (seit Ende 2005/ Anfang 2006) im Wasser gewesen sein dürfte. Da ein DNA-Abgleich keinen Erfolg bringt und auch keine entsprechende Vermisstenanzeige vorliegt, bleibt die Herkunft des Mannes im Dunkeln. Theoretisch könnte er aus Deutschland, aber auch aus Frankreich, der Schweiz, Österreich oder Liechtenstein stammen, da der Rhein alle diese Länder durchfließt oder streift.
Besonders mysteriös sind auch die Umstände seines Todes: Beide Hände der Leiche sind abgetrennt, ebenso fehlt ein großer Teil der Schädeldecke. Zudem hatte der Tote sieben Revolver-Patronen bei sich, aber keine Waffe. Die Kripo hat bislang keine Erklärung, wie der Unbekannte ums Leben gekommen ist. Mit Hilfe einer Gesichtsrekonstruktion will die Polizei nun die Identität des Mannes herausfinden.
Beschreibung des unbekannten Toten: Der Mann war 38 bis 43 Jahre alt, 1,85 bis 1,89 m groß, vermutlich Westeuropäer. Seine Haarlänge oder Haarfarbe konnte nicht mehr festgestellt werden. Der Tote hat gepflegte Zähne mit hochwertigen Implantaten. Er trug eine wetterfeste Jacke der Marke "Patrick O´Connor - City Line" (Größe 52-54 / L). Sie ist grau-blau, könnte vor der langen Liegezeit im Wasser jedoch einmal beige gewesen sein. Außerdem trug er einen blauen Hut der Marke "TCM" (Tschibo-Marke). Unter der Jacke trug er ein blaues Sweatshirt von "Reebok". Seine Hose war oliv-grau. Dazu feste Stiefel aus braunem Leder, Schuhgröße 44.
Gegenstände: Bei dem Toten wurde ein Schlüsselbund gefunden: Ein defekter Karabiner an einem rotem Stoffband, daran vier Schlüsselringe und insgesamt sieben Schlüssel. Möglicherweise Haus- und Wohnungsschlüssel, einer der kleinen Schlüssel könnte zu einem Aktenkoffer gehören. Gefunden wurde auch ein Patronenhalter für 20 Geschosse. Darin steckten sieben Hohlspitzgeschosse, Marke Speer für einen Revolver, Kaliber .357 Magnum. Eine Waffe hatte der Tote aber nicht bei sich.
Ermittlungsfragen: Wer kann etwas zu Identität oder Herkunft des Toten sagen? Wer glaubt, Kleidungsstücke oder Gegenstände des Toten wieder zu erkennen? Wer kennt einen Mann, auf den die Beschreibung des Toten passt, und der seit Ende 2005/Anfang 2006 verschwunden ist?
Zuständig: Kreispolizeibehörde Rhein-Erft-Kreis, Telefon (02233) 52 0
Fahndung (Seite 05/29)
Seit 1992 vermisst - Was geschah mit Hermann Varnhorn?
Dezember 1992: Hermann Varnhorn verlässt seine Stammkneipe in Witzenhausen. Es ist 21.15 Uhr. Angeblich hat er noch einen Geschäftstermin. Doch dann verschwindet er spurlos.
Ein knappes Jahr später geht die Polizei mit dem Fall zu XY. Daraufhin meldet sich eine Zuschauerin aus Italien und führt die Polizei zumindest zu Varnhorns Auto, einem delphinblauen BMW 735i. Das Fahrzeug trägt jetzt gestohlene Kölner Kennzeichen. Im Fahrzeug ein gefälschter Fahrzeugschein. Doch der Weg des Autos lässt sich nicht weiter zurückverfolgen.
Herrmann Varnhorn
Hermann Varnhorn ist bis heute verschwunden. Die Kripo geht von einem Verbrechen aus. Der Vermisste führte stets hohe Bargeldbeträge mit sich. Wahrscheinlich hatten der oder die Täter es auf dieses Geld abgesehen.
Die Ermittler hoffen, dass sich Mitwisser der Tat melden. Das Stehlen der Kölner Kennzeichen, das Verschieben des Autos nach Italien und auch das Fälschen des Fahrzeugscheins sind mittlerweile verjährt. Für Mitwisser gibt es also keinen Grund mehr, sich nicht der Polizei anzuvertrauen.
Ermittlungsfragen: Wer hat 1992/1993 den Fahrzeugschein für Hermann Varnhorns BMW gefälscht? Ausgestellt ist er auf den Namen "Alija Seferovic". Dieser Name muss nicht echt sein. Er tauchte damals auch in Deutschland auf, im Zusammenhang mit Kriminalität rund um Pkws.
Wer weiß, wie Varnhorrns BMW nach Italien gekommen ist? Ursprünglich trug er die Kennzeichen ESW-XD 4. Als er in Italien aufgefunden wurde, hatte er die Kennzeichen K-MD 162 montiert. Diese waren im Mai 1993 in Köln gestohlen worden.
Aus Hermann Varnhorns Besitz sind mehrere Gegenstände verschwunden - unter anderem eine Signalpistole der Marke Röhm, Modell RG, Kaliber 35, das entspricht 9mm.
Ferner hatte er in seinem Auto mehrere Baustrahler mit Teleskopständern. Diese wollte er an Kunden verteilen, wozu es allerdings nicht mehr gekommen ist.
Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, sind 10.000 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Eschwege, Telefon (05651) - 92 50
Fahndung (Seite 05/30)
Grausamer Fund beim Joggen - Wer ist der unbekannte Tote aus dem Allgäu?
Am 16. Oktober 2007 gehen zwei Frauen bei Kronburg im bayerischen Allgäu joggen. Was sie unterwegs sehen, werden sie nie mehr vergessen: In einem Bach liegt eine Leiche.
Die Obduktion ergibt später dass der Tote, ein Mann, wohl schon mehrere Tage im Wasser gelegen hat.
Beschreibung des unbekannten Toten: Der Mann war 40 - 55 Jahre alt, 1,78 m groß und sehr schlank, fast schon ausgemergelt. Er war Raucher, trug dunkelbraune, kurz geschnittene Haare und einen Vollbart.
Auffällig: Der Unbekannte hat unterhalb des Kehlkopfes ein Beatmungsloch. Es stammt wohl von einer schweren Operation, die schon Jahre zurückliegen müsste. Außerdem ist der kleine Finger seiner linken Hand amputiert.
Kleidung des Toten: Zum Zeitpunkt seines Todes trug der Mann eine beige-farbene Jeans, ein blau-weiß kariertes Hemd, eine blaue Strickweste mit Reißverschluss und eine braune Lederjacke.
Mord im Harz mit rätselhaftem Motiv - Wer tötete Gunter Rüter aus Ilsenburg?
Der Rentner Gunter Rüter lebt zurückgezogen in einem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt. Dann wird er ermordet. Ging es um Geld, oder hatte der Täter ein ganz anderes Motiv?
Ilsenburg ist eine Kleinstadt am Rande des Harz. Am Sonntag, 16. Dezember 2007, wundert sich eine Frau, dass ihr Nachbar Gunter Rüter nicht öffnet. Sie alarmiert seinen Sohn, der kurz darauf in der Wohnung eine grauenvolle Entdeckung macht. Sein Vater liegt tot am Boden. Gunter Rüter wurde vor seinem Tod mit massiven Schlägen traktiert. Dann muss der Täter ein Messer genommen und zugestochen haben. Offenbar hatte Gunter Rüter seinem Mörder selbst die Tür geöffnet. Tatzeit: Vermutlich Freitag, 14. Dezember, zwischen 19 und 23 Uhr.
Gunter Rüter
Der 66 Jahre alte Gunter Rüter hatte nur einen kleinen Freundes- und Bekanntenkreis. Die meiste Zeit verbrachte er in seiner Gartenlaube am Rande des Ortes. Täglich fuhr er auf seinem alten "Schwalbe"-Moped durch Ilsenburg und gehörte damit quasi zum Stadtbild. Gunter Rüter ging nur selten zur Bank und hob dann aber immer größere Geldbeträge ab, von denen er während der folgenden Monate lebte. Das Geld verwahrte er in seinem Wohnzimmerschrank.
Die Polizei glaubt, dass hier das Motiv für den Mord liegen könnte. Allerdings dürfte Gunter Rüter zum Zeitpunkt der Tat kaum noch Bargeld besessen haben. Gab es also ein anderes Motiv für die Tat?
Ermittlungsfragen:
Die Wohnung von Gunter Rüter befand sich in Ilsenburg am Vogelsang 7. Wer hat dort am 14. Dezember 2007 verdächtige Beobachtungen gemacht? Wer wusste, dass Gunter Rüter oft größere Bargeldbeträge in seinem Wohnzimmerschrank versteckte? Der Polizei liegen keine Erkenntnisse vor, dass das Opfer mit jemandem im Streit lag. Wer kann weitere Angaben zu Gunter Rüter oder zu Menschen machen, mit denen er zu tun hatte?
Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, sind mehrere Belohungen in Höhe von insgesamt 7.000 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Halberstadt (0 39 41) 674 193
Fahndung (Seite 05/32)
Überfall auf Autobahnraststätte - Hatten die Täter Insiderwissen?
Mitten in der Nacht dringen zwei Männer durch den Hintereingang in eine Autobahnraststätte ein. Im Keller warten sie auf ihr Opfer.
Als eine Angestellte die Treppe herunter kommt, wird sie von den Männern brutal zusammengeschlagen und mit einer Handschelle an ein Rohr gefesselt. Sie nehmen ihr die Büroschlüssel ab. Der Betrieb in der Raststätte läuft währenddessen weiter. Von den Qualen ihrer Kollegin bekommen die anderen Angestellten nichts mit.
Die Täter kennen sich im Gebäude aus und finden schnell den versteckten Schlüssel für einen Stahlschrank, in dem die Einnahmen verstaut sind. Mit einer Beute von mehreren Tausend Euro gelingt ihnen die Flucht.
Während des Überfalls fällt den anderen Angestellten im Gaststättenbereich ein Mann auf, der ein wichtiger Zeuge sein könnte. Er wurde von einer Überwachungskamera aufgenommen, konnte bisher aber nicht ermittelt werden. Er wird dringend gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Seine Beschreibung: 25-30 Jahre alt, ca. 1,80 m groß, muskulös, dunkles, sehr kurzes Haar, kurzer Bart.
Ermittlungsfragen: Wer hat an der Autobahnraststätte zur Tatzeit Beobachtungen gemacht? Das Verbrechen geschah in der Nacht zum 6. Januar 2007 an der Raststätte Hunsrück Ost, an der A61 zwischen Bingen am Rhein und Koblenz.
Wer kann Angaben zum unbekannten Zeugen machen, der von der Überwachungskamera erfasst wurde?
Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist von privater Seite eine Belohnung von 3.000 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Bad Kreuznach, Telefon 0671-88 11 0
Fahndung (Seite 05/33)
Schüsse im Spielcasino - Wer ist der Unbekannte mit der Kalaschnikow?
Ein Horrorszenario wird für die rund 50 Gäste des Spielcasinos Garmisch-Partenkirchen wahr: Ein maskierter Mann mit einer Kalaschnikow betritt den Saal und eröffnet sofort das Feuer. Tumult und Panik brechen aus.
Das Spielcasino liegt mitten in der Garmisch-Partenkirchener Innenstadt. Am Sonntag, dem 16. Dezember 2007 sind eine Stunde vor Mitternacht noch ca. 50 Gäste im Saal. Um genau 23.03 Uhr betritt ein unbekannter Mann das Gebäude. Er ist maskiert, hat eine lange Daunenjacke an und eine Kalaschnikow in der Hand.
Mit den Worten "Das Überfall, Ruhig bleiben", tritt er an die Rezeption bevor er seinen Weg in den Spielsaal im ersten Stock fortsetzt.
Als der Täter den Spielsaal betritt, eröffnet er sofort und ohne Vorwarnung das Feuer. Im Saal bricht Panik aus, Gäste drängen zum Notausgang, flüchten durchs Treppenhaus. Wie durch ein Wunder wird niemand ernsthaft verletzt.
Ein Croupier bleibt zurück. Ihn fordert der Täter mehrmals auf, ihm Zutritt zur Kasse zu verschaffen. Als der Croupier ihm erklärt, dass er die notwendigen Schlüssel nicht besitze, schießt der Täter ein weiteres Mal. Zum Glück hält die Panzerglasscheibe der Kugel stand.
Ohne Beute verlässt der Täter daraufhin seelenruhig den Spielsaal. Und verschwindet in die Nacht.
Die Kripo in Garmisch vermutet, dass auf das Konto des unbekannten Mannes zwei weitere Banküberfälle gehen: Am 5. November 2004 in Seeshaupt am Starnberger See (30 km von Garmisch entfernt) und am 30. Juni 2006 in Schondorf am Ammersee, rund 60 km von Garmisch. Auch beim Überfall in Seeshaupt schoss der Mann. Zum Glück wurde auch hier niemand verletzt.
Täterbeschreibung:
Der Täter ist zwischen 25 und 40 Jahren alt und zwischen 1,70 m und 1,75 m groß, sportliche Figur. Bei allen drei Taten trug er eine dunkle, wattierte Daunenjacke, unter der er die Kalaschnikow versteckt hielt.
Tatwaffe: Die Tatwaffe ist ein Sturmgewehr. Marke Kalaschnikow AK-47. Diese Waffe ist in Deutschland per Kriegswaffenkontrollgesetz verboten. Der Täter muss sie daher entweder im Ausland gekauft oder in Deutschland illegal erworben haben.
Ermittlungsfragen: Wer kann Angaben zum Täter machen?
Wer kann Angaben zum Erwerb einer AK-47 machen?
Wo hält der Täter die auffällige Waffe versteckt?
Wer hat den Täter nach der Tat in Garmisch oder Umgebung noch gesehen?
Bankräuber schlägt acht Mal zu - Insgesamt 135.000 Euro Beute
Seit Dezember 2006 spielt ein Serienbankräuber mit der Kripo Katz und Maus. Seine Methode: Er nimmt einen Kunden als Geisel, und bevor die Polizei eintrifft, ist er mit der Beute bereits verschwunden. Gesamtschaden: bisher rund 135.000 Euro.
21. September 2007 in Aystetten bei Augsburg. Eine Bankkundin will Geld abheben. Plötzlich stürmt ein Maskierter mit einer Waffe herein und nimmt die Frau als Geisel. Die Bankangestellten müssen ihm fast 60.000 Euro aushändigen. Obwohl sich ihm noch mehrere Bewohner des Ortes in den Weg stellen, entkommt der Täter, bevor die Polizei den Tatort erreicht. Es war bereits der achte Überfall des Unbekannten.
Der Täter wählt immer Bankfilialen in kleinen Orten aus, in deren Nähe sich eine Autobahnauffahrt befindet. Die Serie erstreckt sich bislang über die Bereiche Heilbronn, Rottweil und Augsburg. Ein Überfall fand bei Lörrach an der Schweizer Grenze statt.
Phantombild
Die einzelnen Tatorte:
11. Dezember 2006: Oberndorf-Bochingen (Rottweil)
13. Dezember 2006: Eimeldingen (Lörrach)
26. Januar 2007: Sulz-Bergfelden (Rottweil)
2. Juli 2007: Ilsfeld (Heilbronn)
5. Juli 2007: Obereisesheim (Heilbronn)
5. Juli 2007: Oberndorf-Bochingen (Rottweil)
24. August 2007: Aystetten (Augsburg)
21. September 2007: Aystetten (Augsburg)
Personenbeschreibung:
Der Gesuchte ist etwa 25 bis 30 Jahre alt, ca. 1,73 m groß und schlank. Er hat dunkle kurze Haare, sehr gepflegte Erscheinung. Er sprach Deutsch ohne Akzent.
Bekleidung: Bei allen seinen Taten hatte sich der Mann mit einem gemusterten Tuch maskiert. Beim zweiten Überfall in Aystetten trug er eine blaue Baseballkappe ("Nike"-Imitat) und eine schwarze Jacke mit grauen Streifen von "Vintage" (erhältlich bei "AWG-Modecenter").
Beim Überfall am 13. Dezember 2006 (Eimeldingen bei Lörrach) trug er eine hellgraue Kappe.
Auffällig auch seine Jacken bei zwei anderen Taten: dunkelblau, hüftlang, mit einem weißen Streifen über Rücken, Arme und Brust. Die andere Jacke: eine so genannte Outdoor-Jacke in beige mit bordeaux-farbenen Einsätzen und dem Schriftzug "Adidas" (ebenfalls ein Imitat, vermutlich aus Osteuropa)
Bei einem Überfall verstaute der Unbekannte seine Beute in einer Plastiktüte-Tüte mit dem Aufdruck "AWG".
Fluchtfahrzeug:
Beim zweiten Überfall in Aystetten konnten Zeugen den Fluchtwagen des Unbekannten erkennen. Der Mann fuhr einen schwarzen 5er BMW.
Belohnung:
Für Hinweise, die zur Verhaftung des Gesuchten und zur Aufklärung der Bankraubserie führen, sind mehrere Belohnungen in Höhe von insgesamt 12.000 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Kripo Rottweil, Telefon (0741) 47 70
Fahndung (Seite 05/35)
Geldgier oder purer Neid? - Überfall auf erfolgreichen Münzhändler
Er begann als Schlosser-Lehrling. Inzwischen ist er ein wohlhabender Münzhändler. Ein 27-jähriger Mann baute sich über Jahre ein gutgehendes Geschäft auf. Am 31. Januar 2008 wurde er Opfer eines Überfalls.
Das spätere Opfer bekam nach seiner Schlosser-Lehre die Münzsammlung seines Großvaters geschenkt. Dazu holte er sich einen Laptop und Fachliteratur - eine Geschäftsidee war geboren. In den folgenden Jahren konnte sich der Mann ein eigenes Haus und sein Traumauto leisten.
Doch anscheinend hatte er Neider. Denn kurz vor der Tat wurde er von einem Freund gewarnt. Dieser war Zeuge eines Gesprächs geworden, aus dem hervorging, der Münzhändler sei ein lohnendes Ziel für einen Überfall.
Am Abend des 31. Januar 2008 wird der Münzhändler im Industrie- und Landschaftspark Henrichshütte von zwei Männern mit vorgehaltener Waffe tatsächlich überfallen. Im Park hatte er seinen Hund spazieren geführt.
Die Täter fesseln den Mann, fahren mit ihm zu seiner Wohnung und zwingen ihn, die Kombination für den Tresor preiszugeben. Sie rauben rund 500 zum Teil sehr wertvolle Münzen sowie weitere persönliche Gegenstände des Opfers.
Täterbeschreibung: Beide Täter sind Mitte 20, 1,80 m groß und von kräftiger Statur. Sie waren schwarz gekleidet, sprachen gebrochen Deutsch mit südosteuropäischem Akzent. Der Wortführer hatte eine dunkle, raue Stimme. Sein Komplize trug ältere ungepflegte, helle Slipper.
Auszug aus den geraubten Münzen: 100-Euro-Goldmünze "Europa Blaue Flagge", Auflage: 99 Stück; 5-Unzen- Münze aus 2005: Europaflagge aus Gold, in chemischem Verfahren blau gefärbt