Gericht verurteilt zwei Männer wegen Studenten-Doppelmord
Sie
wurden gefesselt, mit mehr als 200 Messerstichen getötet und danach
angezündet: Zwei französische Gaststudenten starben im vergangenen Jahr
in London einen qualvollen Tod. Nun hat ein Gericht zwei Briten wegen
der Morde zu lebenslanger Haft verurteilt.
London - Die Brutalität schockte selbst abgebrühte Ermittler von
Scotland Yard, die Anklage beschrieb die Tat als "Orgie des
Blutvergießens": Die beiden 23-jährigen Biochemiestudenten Laurent
Bonomo und Gabriel Ferez waren am 29. Juni in einer Wohnung im
Stadtteil New Cross geknebelt, gefesselt und ermordet worden, ihre
Leichen waren in Brand gesteckt worden. Knapp ein Jahr später sind zwei
34 und 23 Jahre alte Männer wegen der Tat zu lebenslanger Haft
verurteilt worden.
LONDONER MESSERMORDE:
"ORGIE DES BLUTVERGIESSENS"
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Das Gericht befand die Männer in allen Anklagepunkten für schuldig -
wegen Mordes, Freiheitsberaubung, Brandstiftung und Diebstahls. Nach
Überzeugung der Geschworenen hatten die Angeklagten die beiden
Studenten nach einem fehlgeschlagenen Einbruchsversuch in deren Apartment mit mehr als 240 Messerstichen ermordet.
Bonomos Leiche wies fast 200 Messerstiche auf, von denen ihm rund 80
nach seinem Tod beigebracht wurden. Ferez wurde mit fast 50
Messerstichen getötet.
Die beiden Täter waren demnach am 29. Juni 2008 unter dem Einfluss von
Drogen und Alkohol in Bonomos Erdgeschosswohnung eingebrochen. Dort
fesselten sie die beiden jungen Männer, misshandelten sie und pressten
ihnen die Geheimcodes für ihre Bankkarten ab, bevor sie sie erstachen.
Anschließend setzten die Täter die Wohnung in Brand, um ihre Spuren zu
verwischen.
Dem Mord ging offenbar eine Behördenpanne
voraus: Einer der Täter hätte den Rest einer früheren Haftstrafe
absitzen sollen. Weil die Anträge bei Haftantritt aber nicht vorlagen,
kam er noch einmal frei.
Die beiden Studenten waren im Zuge eines Austauschprogramms
zwischen der Polytechnischen Universität von Clermont-Ferrand und dem
berühmten Imperial College in London. Beide Universitäten beschrieben
sie als brillante Studenten. Einen Monat vor ihrer für Ende Juli 2008
geplanten Rückkehr nach Frankreich wurden sie ermordet.