England


PROZESSE  2009




04.06.2009

LONDON

Gericht verurteilt zwei Männer wegen Studenten-Doppelmord

Sie wurden gefesselt, mit mehr als 200 Messerstichen getötet und danach angezündet: Zwei französische Gaststudenten starben im vergangenen Jahr in London einen qualvollen Tod. Nun hat ein Gericht zwei Briten wegen der Morde zu lebenslanger Haft verurteilt.

 

London - Die Brutalität schockte selbst abgebrühte Ermittler von Scotland Yard, die Anklage beschrieb die Tat als "Orgie des Blutvergießens": Die beiden 23-jährigen Biochemiestudenten Laurent Bonomo und Gabriel Ferez waren am 29. Juni in einer Wohnung im Stadtteil New Cross geknebelt, gefesselt und ermordet worden, ihre Leichen waren in Brand gesteckt worden. Knapp ein Jahr später sind zwei 34 und 23 Jahre alte Männer wegen der Tat zu lebenslanger Haft verurteilt worden.


LONDONER MESSERMORDE: "ORGIE DES BLUTVERGIESSENS"

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Das Gericht befand die Männer in allen Anklagepunkten für schuldig - wegen Mordes, Freiheitsberaubung, Brandstiftung und Diebstahls. Nach Überzeugung der Geschworenen hatten die Angeklagten die beiden Studenten nach einem fehlgeschlagenen Einbruchsversuch in deren Apartment mit mehr als 240 Messerstichen ermordet. Bonomos Leiche wies fast 200 Messerstiche auf, von denen ihm rund 80 nach seinem Tod beigebracht wurden. Ferez wurde mit fast 50 Messerstichen getötet.


Die beiden Täter waren demnach am 29. Juni 2008 unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol in Bonomos Erdgeschosswohnung eingebrochen. Dort fesselten sie die beiden jungen Männer, misshandelten sie und pressten ihnen die Geheimcodes für ihre Bankkarten ab, bevor sie sie erstachen. Anschließend setzten die Täter die Wohnung in Brand, um ihre Spuren zu verwischen.

Der ältere der beiden Täter hatte sich nach der Tat der Polizei gestellt, wurde aber zunächst nicht ernst genommen.


Dem Mord ging offenbar eine Behördenpanne voraus: Einer der Täter hätte den Rest einer früheren Haftstrafe absitzen sollen. Weil die Anträge bei Haftantritt aber nicht vorlagen, kam er noch einmal frei.

Die beiden Studenten waren im Zuge eines Austauschprogramms zwischen der Polytechnischen Universität von Clermont-Ferrand und dem berühmten Imperial College in London. Beide Universitäten beschrieben sie als brillante Studenten. Einen Monat vor ihrer für Ende Juli 2008 geplanten Rückkehr nach Frankreich wurden sie ermordet.