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zu Todesstrafen und Hinrichtungen


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08.12.2009


Neue Hinrichtungsmethode wird ausprobiert

Der Fall hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Nach zwei Stunden menschenunwürdiger Qualen brachen Justizmitarbeiter vor drei Monaten im US-Bundesstaat Ohio ihren Versuch ab, den wegen Mordes verurteilten Romell Broom hinzurichten. Es war ihnen nicht gelungen, eine Vene für die Giftspritze zu finden. Broom verließ die Hinrichtungskammer mit zerstochenen Armen und geschwollenen Gliedern. Am Dienstag steht die nächste Hinrichtung in Ohio an. Die Behörden wollen dabei eine bislang unerprobte Methode einsetzen. Kritiker sprechen von einem grausamen Menschenversuch an einem Gefangenen.

Wenn die Justiz nicht noch im letzten Moment einen Aufschub gewährt, wird der Strafgefangene Kenneth Biros am Dienstag im Todestrakt des Gefängnisses von Lucasville seine letzten Stunden verbringen. Ein letztes Essen, dann vielleicht noch ein Gespräch mit einem Seelsorger, dann soll der wegen Mordes an einer Frau verurteilte 51-Jährige zu Tode gebracht werden.

Bislang drei Substanzen intravenös
Biros wäre der erste Gefangene in den USA, der nur mit einer einzigen Giftsubstanz hingerichtet würde. Bislang war ein Cocktail aus drei Substanzen üblich: Die erste soll Schmerzen verhindern, die zweite soll die Körpermuskulatur lähmen, die dritte soll Herzstillstand herbeiführen. Kritiker führen an, dass der Todeskandidat bei dieser Methode möglicherweise große Qualen erleidet, diese aber wegen der herbeigeführten Lähmung nicht äußern kann. Problematisch war auch die intravenöse Verabreichung - wie im Fall Broom, wo das Personal auch nach 18 Versuchen keine Vene fand.

Tödliche Dosis eines Betäubungsmittels
Nach der gescheiterten Hinrichtung von Romell Broom ordnete die Justiz in Ohio eine Aussetzung der Hinrichtungen an, um neue Methoden prüfen zu lassen. Kenneth Biros soll am Dienstag nach den Maßgaben des neuen Hinrichtungsprotokolls getötet werden. Eine massive Dosis des Anästhesie-Mittels Thiopental soll bei ihm zum Tod führen. Sollte das Hinrichtungspersonal keine Vene finden, darf es zwei Chemikalien in todbringender Dosis ins Muskelgewebe spritzen - ein Beruhigungsmittel und ein Schmerzmittel. Das neue Protokoll gewährt dem Personal drei Anläufe, um den Verurteilten zu töten.

Anwälte sprechen von Menschenexperiment
Wegen der bislang unerprobten Methode sprechen die Anwälte von Biros von einem "Menschenexperiment" und appellierten an Ohios Gouverneur Ted Strickland, die Hinrichtung auszusetzen. "Das neue Protokoll setzt Mittel und Methoden ein, die niemals zuvor in den USA oder einem anderen zivilisierten Land eingesetzt wurden", heißt es in dem Antrag. Die Anwälte argumentieren, dass dies gegen das in der US-Verfassung verankerte Verbot von "grausamen und ungewöhnlichen" Strafen verstoße.

Mittel in Krankenhäusern verwendet
Der Chef der Strafvollzugsbehörde in Ohios Hauptstadt Columbus, Terry Collins, wirft den Anwälten von Biros "Vernebelungstaktik" vor. Das zur Hinrichtung vorgesehene Mittel Thiopental sei schon allein dadurch ausreichend erprobt, dass es in Krankenhäusern als Anästhetikum eingesetzt wird, sagt Collins, der 31 der 32 seit 1999 in Ohio vollstreckten Hinrichtungen beaufsichtigte. "Das ist kein experimentelles Mittel", sagt er.

Quellen: - t-online



06.12.2009


Irak


Irak richtet 2009 mindestens 120 Menschen hin

Bagdad (RPO). Im Irak sind seit Jahresbeginn nach Angaben von Amnesty International mindestens 120 Menschen hingerichtet worden und damit deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Weitere 900 Menschen, darunter 17 Frauen, warteten in irakischen Gefängnissen auf ihre Hinrichtung, teilte die in London ansässige Menschenrechtsorganisation am Samstag auf ihrer Internetseite mit.

Sie rief die Regierung in Bagdad auf, die Hinrichtungen "umgehend" zu stoppen, da gegen mehrere der Verurteilten die Strafen nach ungerechten Prozessen oder Geständnissen unter Folter ausgesprochen worden seien. Den Angaben zufolge wurden die meisten der Todeskandidaten wegen Mordes oder Entführungen verurteilt.

Der Irak hatte die Todesstrafe trotz heftiger Proteste aus dem Ausland im Jahr 2004 wieder eingeführt. Die zum Tode Verurteilten werden normalerweise gehängt. Laut Amnesty International wurden in den beiden vergangenen Jahren 34 beziehungsweise 33 Menschen im Irak hingerichtet.

Quellen: - RP Online



19.11.2009


Russland


Bevölkerung dagegen  -  Russland setzt Todesstrafe weiter aus
 

Sankt Petersburg  -  Verfassungsgericht verlängert Moratorium bis zur definitiven Abschaffung.

Die Todesstrafe wird in Russland weiterhin nicht angewandt. Das russische Verfassungsgericht verlängerte am Donnerstag in St. Petersburg ein entsprechendes Moratorium. Dies soll gelten, bis die Todesstrafe durch Ratifizierung einer europäischen Konvention endgültig abgeschafft wird, wie der Präsident des Verfassungsgerichts, Waleri Sorkin, erklärte. Russland wurde 1996 Mitglied des Europarats und verhängte daraufhin ein Moratorium bis zur endgültigen Abschaffung der Todesstrafe. Das bestehende Moratorium wäre im Jänner ausgelaufen. In Meinungsumfragen spricht sich die Mehrheit der Bevölkerung regelmäßig gegen die Aufhebung der Todesstrafe aus.

Die Verhängung der Todesstrafe sei auch künftig "ausgeschlossen", sagte Sorkin. Moskau unterzeichnete zwar das Europäische Abkommen zur Abschaffung der Todesstrafe in Friedenszeiten, das Parlament ratifizierte den Text bisher aber nicht. Russland ist damit das einzige der 46 Europaratsländer, das die Todesstrafe noch nicht endgültig abgeschafft hat.

Präsident Inguschetiens für Todesstrafe
Menschenrechtsverfechter kritisieren allerdings, dass im Konfliktgebiet Nordkaukasus Staatsorgane weiter für den Tod vieler Menschen verantwortlich seien. Dabei gehe es nicht nur um die bei Anti-Terror-Aktionen getöteten mutmaßlichen islamistischen Rebellen in Tschetschenien und anderen Teilrepubliken wie Inguschetien und Dagestan. Beklagt wird auch, dass viele Unschuldige, denen Verbindungen zu Terroristen nachgesagt werden, verschleppt, gefoltert und getötet würden. Die kremltreue tschetschenische Führung weist diese Vorwürfe zurück.

Der selbst bei einem Terroranschlag lebensgefährlich verletzte Präsident Inguschetiens, Junus-Bek Jewkurow, hatte sich für die Anwendung der Todesstrafe eingesetzt. "Ein Mensch, der vorsätzlich einen Mord begeht, muss getötet werden. Eine andere Arznei gibt es nicht", sagte Jewkurow im Oktober. In Tschetschenien werden zu Jahresbeginn die sonst schon in Russland üblichen Geschworenengerichte eingeführt. Deshalb hätte es laut Medien die Möglichkeit gegeben, die Todesstrafe in Russland wieder anzuwenden. Dies hat das Verfassungsgericht nun verhindert.

Quellen: oe24.at



18.11.2009

USA

Neue Hinrichtungsmethode in Ohio, Columbus

Vegangenen Freitag wurde in Ohio zum ersten Mal seit Verwendung der Giftspritze in den USA in einem Bundesstaat ein Hinrichtungsverfahren in Kraft gesetzt, bei dem mit nur einer einzigen Substanz getötet werden soll.

Die Entscheidung fiel auf dem Hintergrund der missglückten Hinrichtung von Rommel Broom im September, bei der es über zwei Stunden nicht gelungen war, eine geeignete Vene für die Injektionsnadeln zu finden.

Nach diesem Vorfall wurden die Hinrichtungen in Ohio gestoppt und ein neues Verfahren entwickelt.

Bei der bisher üblichen Methode wird zunächst ein Zugang zu einer Vene gelegt und danach ein Betäubungsmittel verabreicht, dann ein Mittel, das Atemlähmung verursacht und als dritte Substanz ein Mittel, das den Herzstillstand hervorruft.

Die neue Methode sieht vor, nur das Betäubungsmittel Thiopental-Natrium zu verwenden. Falls keine geeignete Vene gefunden werden sollte, soll es in einen Muskel gespritzt werden.

Nach Angaben der Verantwortlichen in Ohio wird bei dieser Methode das Risiko verringert, dass der Verurteilte Schmerzen erleidet.
Das Verfahren ähnelt dem, das beim Einschläfern von Tieren eingesetzt wird. Bei Menschen wurde es bisher noch nicht erprobt.

Der 51jährige Kenneth Biros soll am 30. November als erster mit der neuen Methode hingerichtet werden.

Quellen: -todesstrafen.de



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