DNA

 

          

  Der Genetische Fingerabdruck (DNA-Analyse)

 

 

Der genetische Fingerabdruck ist ein besonders erfolgreiches Instrument in der Kriminalitätsbekämpfung und Ermittlungsarbeit.

 

Biologische Grundlagen der DNA-Analyse:
Die Desoxyribonucleinsäure (DNA) ist ein in jeder Zelle vorhandener Molekülfaden, der wie eine in sich gedrehte Strickleiter aufgebaut ist. Sie ist Träger der Erbinformationen der gesamten belebten Natur. Mit Ausnahme eineiiger Zwillinge weist jeder Mensch unterschiedliche Merkmale auf. Den Abschnitt auf der DNA, der die Information für ein bestimmtes Protein enthält, bezeichnet man als Gen. Es gibt ca. 50.000 Gene, die für die Eigenschaften des Menschen verantwortlich sind.
Die Gesamtheit aller Gene und sonstiger DNA-Abschnitte nennt man Genom, definierte Stellen eines Genoms bezeichnet man als Genorte. Das menschliche Genom besteht zu über 90% aus nicht codierender DNA, welche keine Erbinformationen enthält. Die nicht codierende Bereiche enthalten sich wiederholende Abschnitte mit gleicher Basensequenz, Repeats genannt. Der individuelle Unterschied liegt in der Anzahl der Repeats hintereinander.

Die Untersuchungsmethode:
Für Untersuchungen auf DNA-Ebene eignen sich alle kernhaltigen Zellstrukturen des menschlichen Körpers: Blut, Speichel, Sperma, Gewebe verschiedener Herkunft, Hautschuppen und unter bestimmten Voraussetzungen auch Haare.

Bei der DNA-Analyse wird nach bundesweitem Standard die Anzahl der Repeats an bestimmten Genorten ermittelt. Mit dieser Untersuchungsmethode wird entsprechend der gesetzlichen Vorgabe der nicht codierende Bereich des menschlichen Genoms untersucht. Erbinformationen sind, bis auf die ausdrücklich zulässige Bestimmung des Geschlechts, damit nicht zu erlangen.
Mit der DNA-Analyse werden also das DNA-Identifizierungsmuster, das sich in einem Zahlencode ausdrückt, gewonnen.

Die DNA-Analyse hat sich binnen der wenigen Jahre ihres Einsatzes allseits unbestritten als wahre Erfolgsgeschichte der modernen Verbrechensbekämpfung etabliert. Die revolutionäre wissenschaftliche Entwicklung auf dem Gebiet der DNA hat dazu geführt, dass bereits geringe Mengen an Spurenmaterial (Blut, Sperma, Hautpartikel, Haare) für eine Analyse ausreichen. Die Anerkennung der DNA als Beweismittel im Strafverfahren ist mittlerweile Fakt. Aufgrund der zunehmenden Zahl der gespeicherten DNA-Muster und sich stets verbesserten Qualitätsstandards werden mittels DNA-Auswertungen immer häufiger zum Teil spektakuläre und lange zurückliegende Verbrechen aufgeklärt. Wie im Bereich der Daktyloskopie die Datenbank AFIS für die Zusammenführung der verformelten Fingerabdrücke und Tatortfingerspuren sorgt, werden die DNA-Muster in der DNA-Analyse-Datei (DAD), die ebenfalls beim BKA geführt wird, gespeichert und verglichen.

 

Fallbeispiel:

Der Mordfall Moshammer war ein erneuter Beweis für die überragende Bedeutung der DNA-Analyse bei der Kriminalitätsbekämpfung.