Kosten der Todesstrafe


Amerikas Kosten der Todesstrafe





USA - Todesstrafe verursacht Kosten in Millionenhöhe


Die Vollstreckung einer Todesstrafe kostet dem jeweilien US-Bundesstaat bis zu 20 Millionen Euro. Die Summe setzt sich aus den Kosten für den Prozess und der Sicherheitsverwahrung zusammen, so eine Studie des US-Informationszentrums zur Todesstrafe. Sie fordert die Abschaffung – auch wegen der Wirtschaftskrise.

 

Jeden Hinrichtung kostet um die 30 Millionen Dollar                                                                                    Foto: dpa


Eine einzige vollstreckte Todesstrafe in den USA kann den jeweiligen Bundesstaat bis zu 30 Millionen Dollar (rund 20 Millionen Euro) kosten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des US-Informationszentrums zur Todesstrafe (DPIC).

Das Zentrum bezeichnete diese Kosten angesichts der Wirtschaftskrise als absurd und forderte die Abschaffung der Todesstrafe, die in 35 der 50 US-Bundesstaaten legal ist.

Gründe für die enormen Kosten sind der Studie zufolge vor allem lange Prozesse und der extreme Aufwand für die Sicherheitsverwahrung der Verurteilten im Todestrakt. „Im heutigen Wirtschaftsklima ist es nach diesen Zahlen zweifelhaft, dass jetzt irgendwo ein Gesetz zur Einführung der Todesstrafe verabschiedet werden könnte“, sagte der Autor der Studie, Richard Dieter, vom DPIC.

Allein durch die Tatsache, dass ein Verbrechen mit der Todesstrafe geahndet werden könnte, sind die Prozesskosten der Studie zufolge um eine Million Dollar teurer als bei anderen Verfahren. Verhängt werde die Todesstrafe in einem von drei Fällen, vollstreckt in einem von zehn Fällen. Somit fielen für jede Hinrichtung Kosten in Höhe von 30 Millionen Dollar an.

Dieter warnte vor diesem Hintergrund vor Sparmaßnahmen. Würde etwa am Prozessverlauf gespart, steige das Risiko, dass Unschuldige zum Tode verurteilt werden.

Vielmehr müsse die Strafe ganz abgeschafft werden. Es sei erwiesen, dass in Ländern, die sie praktizieren, die Kriminalitätsrate keinesfalls niedriger ist als anderswo.


Quellen: Welt online /20. Oktober 2009